Berichte von 07/2013

Urlaub vom Urlaub

30Juli2013

Während des Weltjugendtages hatte ich ja auch Geburtstag. Es war schon komisch so alleine, ohne Familie zu feiern. Ohne leckeren Kuchen auf dem Frühstückstisch, Kerzen und Umarmungen. Doch wer feiert schon seinen Geburtstag in einer der wundervollsten Städte der Welt - Rio de Janeiro!?!? Am Vorabend bin ich mit Alex und Georg gut essen gegangen, auf einem vollen Platz und guter Stimmung. Danach haben wir in einer Bar in Lapa, dem In-Viertel, angestoßen und eine Freundin von Zuhause, Joy, kam kurz darauf auch noch mit Freunden dazu. Lange haben wir aber nicht gefeiert, denn am nächsten Morgen musste ich arbeiten und wir um 2 Uhr wieder in der Unterkunft sein. Als ich aufwachte, traute ich meinen Augen nicht. Maria, die Italienerin die ich am ersten Tag kennengelernt hatte, hat mir eine liebe Nachricht geschirieben und sogar Ohrringe geschenkt. Das hat mich sehr gefreut. Bei der Arbeit war es zum Glück recht entspannt, ich konnte mit meiner Familie skypen und Mami hat einen Kuchen für mich gebacken. Ich war sehr neidisch, dass ich ihn nicht essen konnte. Aber ich habe einen Muffin von einer anderen Übersetzerin bekommen, was eine schöne Geste war. Nachmittags sind Georg und ich an die Copacabana gegangen und sind zur Altar-Bühne gelaufen, die gerade aufgebaut wurde. Abends haben wir mit den ganzen Deutschen zusammen sehr gut und viel gegessen und zurück im Kindergarten packte Alex einen Kuchen und eine Flasche Wein für mich aus. Ich wurde in den verschiedensten Sprachen besungen und beglückwünscht, was mich sehr gefreut hat. So hatte ich doch einen wirklich wundervollen Tag!

Am Tag darauf haben Alex und ich uns dann einen "Urlaub vom Urlaub" gegönnt, wie er so schön sagte. Obwohl wir ja eigentlich zum arbeiten und nicht urlauben in Rio waren... So haben wir früh morgens einen Bus nach Búzios genommen. Ein süßes Urlaubs-Strand-Örtchen ca 200 km östlich von Rio. Hier urlauben die reichen Cariocas und haben Ferienhäuser. Berühmte wurde der Ort durch Brigitte Bardot! Leider hatten wir etwas Pech, denn ein Laternenmast ist auf der Hauptstraße, die nach Búzios führt, umgekippt und so standen wir ewig im Stau bis wir einfach aus dem Bus ausgestiegen sind, bis zum umgekippten Laternenpfahl gelaufen sind und von dort einen Bus genommen haben. Wir haben eine Katamarantour gebucht und sind auch gleich an Bord gegangen. Es war eine kleine Gruppe, was serh schön war. Wir sollten eigentlich einmal um die Halbinsel rumfahren, an drei Stellen zum Schnorchen halten aber am Ende sind wir nur zu 3 Stränden gefahren und dort ins Wasser gesprungen. Wirklich schnorcheln konnten wir dort auch leider nicht, da das Wasser nicht so klar war. Wir sind in den Sonnenuntergang gefahren, was das Ganze dann wieder versöhnlich gemacht hat. Danach haben wir einen Sundowner-Caipi getrunken und sind noch sehr gut essen gegangen, bis wir abends auch schon wieder zurück nach Rio gefahren sind. So haben wir unseren freien Tag echt gut ausgenutzt und hatten eine tolle Abwechslung.

Weltjugendtag Rio2013

30Juli2013

Die letzten zwei Wochen war Rio de Janeiro in einem absolutem Ausnahmezustand. Eine der meist besuchtesten Städte, doch so viele Besucher hatte es noch nie. Montag, den 15.07. bin ich nach Rio de Janeiro geflogen. An dem Tag begann der Weltjugendtag für alle Volontäre. Eine der mehr als 84 Tausend Volontäre (die mehrheit, mehr als 60 Tausend aus Brasilien). Am Flughafen sah man schon viele aktive Volontäre, die den neu angekommenen Tipps und Infos gaben, wie man am besten zur Kathedrale von Rio kommen kann, wo man sich sein Volontär-Kit abholen sollte. Dort sngekommen war ich schon überwältigt von der Anzahl der Volontäre aus der ganzen Welt. Ich stellte mich hinter in der Schlange der Internationalen Volotäre an und traf gleich ein irre nettes Mädchen aus Itlaien, mit der ich in der gleiche Unterkunft wohnen sollte und zusammen im Übersetzerteam arbeiten sollte. Nach mehr als drei Stunden warten, wurde verkündigt, dass es keine Kits mehr gab und die erst ab 18 Uhr wieder verfügbar seien. Doch um 18 Uhr verkündigten sie, dass wir alle morgen wieder kommen müssten, da nichts mehr reinkommt. So wurden Gruppen gebildet, die in die entsprechenden Unterkünfte zusammen fuhren.

Ich war in Botafogo, einem sehr guten, ruhigen und ungefährlichem Viertel in einem Kindergarten einer Gemeinde untergebracht. Dort schliefen wir in großen Räumen auf dem Steinboden. Der wurde mit Tape in gefühlte zwei qm aufgeteilt, in denen jeder einzelen unterkam. Die Waschbecken waren dementsprechend auch niedrig, was für mich nicht das große Problem war, wie für andere... Unsere Mütter/Väter Volontäre waren unglaublich herzlich und bemüht. Sie organisierten für uns Ausflüge, einen Happy Hours Abend mit Grillen und gemeinsamen Gesang, gaben uns Auskünfte, und waren wirklich immer für uns da. In meiner Unterkunft waren alle Übersetzer untergebracht, eine tolle Gruppe. WIr kamen aus allen Ländern der Welt, in denen die offiziellen Weltjugendtag-Sprachen gesprochen werden: Spanisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Polnisch. Es waren wundervolle Menschen darunter, mit denen ich Freundschaften geknüpft habe.

Am nächsten Tag haben wir morgens dann zum Glück sehr schnell unser Kit bekommen. Dieses bestand aus 3 Volontär-t-shirts, einem Weltjugendtag-t-shirt, einem Liturgiebuch, Pilgerbuch, Stadtkarten und anderen Infos, einem offiziellen Weltjugendtag-Kreuz, einer Wasserflasche, einer Essens-und Transportkarte. Zudem erhielten wir noch unsere Identifikationskarten, mit denen wir uns an unseren Arbeitsplätzen identifizieren mussten. 

Die ersten Tage war es noch recht ruhig in Rio. Wir hatten generelle Einführungen und Trainings zu Sicherheit/Service/Erste Hilfe/Arbeit beim Weltjugendtag. Die Trainings fanden morgens stadt, sodass wir die Nachmittage immer frei hatten. Unser erstes Training war mit Konrad, dem deutschen Koordenator und des Übersetzerteams. Am nächsten Tag hatten wir dann eine Einführung des Media Centers, in dem wir gearbeitet haben. Dies befand sich am Forte de Copacabana. Besser hätte ich es nicht treffen können. Zwei riesen, moderne, mit high-tech ausgestattete Zelte, an dem besten Platz der Stadt. Zwischen den Copacabana und Ipanema Stränden gelegen. Am Tag darauf fand dann das spezielle Training der Übersetzer statt und unsere deutsche Gruppe ist dann noch zu einer Gruppenbesprechung an die Copacabana gegangen, bei einem Agua de Coco (Kokosnusswasser). Wir haben unsere Arbeitspläen bekommen, die sehr entspannt waren. Wir haben immer in zweier Gruppen in 5-Stunden Schichten gearbeitet. Morgens von 8-13 Uhr, von 13 bis 18 Uhr oder von 18 bis 22 Uhr. Jeder hatte dabei 4 freie Tage. Am Anfang war es sehr entspannt. WIr hatten als einzige kaum etwas zu tun. Die anderen Übersetzer der anderen Sprachen dagegen waren schon fleißig am übersetzen. Bei uns wurde es dann aber am Ende echt stressig, da wir für das Simultanübersetzer-Team die Texte übersetzt haben und am Ende noch die ganzen Texte der Abschlussveranstaltungen reinkamen. Da wurde dann auch mal eine Nachtschichte eingelegt... Die Arbeit hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben hauptsächlich Pressetexte übersetzt und waren so immer an der Quelle, was Neuigkeiten, Veränderungen oder Reden anging. Sehr spannend und auch meinen SPrachkenntnissen hat es sehr geholfen. Hier konnte ich auch sehen, was ich alles in den letzten 5 Monaten gelernt und mitgenommen habe!

Als dann der Weltjugendtag offiziell am Dienstag, 23.07. angefangen hat, wurde Rio von Pilgern, Touristen und Volontären besetzt. Überall, an jeder Ecke, hat man Gruppen aus allen Ländern der Welt gesehen. In den WJT-t-shirts, mit Flaggen, Musikinstrumenten, bunten Gesichtern. Eine unglaubliche Stimmung herrschte in der ganzen Stadt. Dienstag Abend wurde am Strand der Copacabana die Begrüßungsmesser der Pilger gefeiert. Auf dem Weg dorthin durfte ich mein erstes Intervie dem Servus TV geben. Ein sehr lustiger Moment. Georg, ein Deutscher mit dem Alex und ich sehr viel gemacht haben, und ich sind mit umgebundene Deutschlandflaggen zum Strand gegangen und wurden alle paar Meter nach einem Foto gefragt. Die Deutsche Flagge war wohl sehr beliebt. Und besonders wenn Alex und Georg dabei waren, zwei große, blonde Jungs... Der Strand war irre voll und eine schöne Messe wurde gehalten, bei Nieselregen und kalten Winden. Doch der Stimmung konnte dies nicht anhaben. Dort kam das erste mal diese gewisse Feeling auf, der Gemeinschaft, Freude, Freundschaft, Brüder- und Schwesterlichkeit. Donnerstag kam dann offiziell der Papst an. In einem offenen Papamobil kam er um 17 Uhr aus dem Forte de Copacabana und fuhr die lange Strandstraße entlang, hielt immer wieder an, küsste Kinder, stieg aus, segnete Menschen und lachte ununterbrochen. Geschenke wurden ihm entgegengeworden, es herrschte ununterbrochen Blitzlichtgewitter und er wurde mit Gesängen und Jubelrufen gefeiert wie ein wahrer Popstar. Soetwas habe ich noch nie erlebt und es hat mit jeden Tag wieder Gänsehaut gebracht. Abends hiet er dann die offizielle Begrüßungsmesse, an der ich leider Arbeiten konnte. Doch an Konzentration konnte nicht wirklich gedacht werden, da der Fernseher laut neben uns lief. So bekam ich wenigstens ein wenig von der Messe mit. Freitag Abend gab es erst eine Keuzweg, den ich auch nur halb durch die Arbeit mitbekommen habe und danach ein tolle Musik und Entertainment Programm. Da haben Georg, mit dem ich an dem Abend gearbeitet habe, und ich die anderen Deutschen gesucht und der Show noch zugeschaut, bis wir ein Abschiedessen zusammen gemacht haben.

Eigentlich sollten die Vigil am Samstag und der Abschlussgottesdienst am Sonntag in Guaratiba, auf dem Campus Fidei gehalten werden, doch da es am Anfang der Woche so viel geregnet hat, wurde sie an die Copacabana verlegt. Für mich war dies das Beste, was passieren konnte, denn da ich am Sonntag schon nach Curitiba zurückgeflogen bin, hätte ich so nicht dabei sein können. Denn Guaratiba liegt 13 km Fußweg von der letzten Metrostation entfernt. Zum GLück also wurde der Platz überschwemmt und matschig. Samstag haben wir uns aufgeteilt, einige sind unser Verpflegungskits abholen gegangen, zwei mutten Arbeiten und Alex und ich noch die offizielle Liturgie für die Simultanübersetzer übersetzen. Dies war eine kleine Herausforderung, da viele der offiziellen Teile nicht im Internet zu finden waren. Nachmittags sind wir dann als Gruppe aus Botafogo nach Copacabana gegangen (Nachbarvietel). Man hätte von der Kathedrale aus den offiziellen Pilgerweg von 9 km machen können, doch das haben wir uns erspart. Wir trafen auf unzählige Pilger, Gesänge und Flaggen. Mit unserem Essen und Schlafzeug bepackt sind wir den Massen gefolgt und was wir am Strand vorfanden, war unglaublich! Es gab schon so gut wie keinen Platz mehr am Strand. Die Gruppen haben den Sand in Vierecke abgesteckt, in denen sie schlafen wollten. Wir wurden vor dem dritt-letzen Bildschir, fündig. In einer riesen Gruppe von Italienern aben wir uns niedergelassen. Dort war zwischen deren Zelten und Planen noch Sand zu sehen, den wir uns geschnappt haben. So haben wir uns länglich verbreitet und unser Zeug ausgepackt. Da immer zwei von uns noch arbeiten mussten, waren wir auch eine recht kleine Gruppe. Doch glücklicherweise waren die Italiener so gut wie nie da und haben dann auch die Nacht in ihren Zelten verbracht, sodass wir mehr Platz hatten.

Die Vigil war wundervoll. Der Past Franziskus hat eine sehr bewegende Rede gehalten über den Campus des Glaubens und die Herzen aller getroffen. Danach wurde wieder ein buntes, langes Programm aus Tanz, Gesang und einem Flashmob mit den Bischöfen gehalten. Der Strand war einfach nur voll. Überall Menschen, Flaggen aus den 175 teilnehmenden Ländern, viele gemeinsame Fotos, immer wieder kamen Leute, die Mitbringsel aus ihren Ländern tauschen wollten. Nacht haben wir noch zusammen bei einem Wein gesessen und über die letzten zwei fantastischen Wochen gesprochen und sind gegen 2 Uhr schlafen gegangen. Doch wirklich gut konnte keiner schlafen. Es war sehr kalt, der Sand von unten besonders, doch das Bild der Schlafenden ist unbeschreibbar. Wie in einem Flüchtlingslager lagen die Menschen Seite an Seite. Wegen des Platzes und der Kälte. Um 7 Uhr wurden wir dann wieder von der offiziellen WJT-Hymne (http://www.youtube.com/watch?v=2lOYCb6ticE) geweckt und fanden das Toiletten Problem vor. Zunächst liefen wir um riesen Gruppen die auf der Straße schliefen und die paar Dixiklos waren natürlich nicht genug für 2-3 Millionen Menschen. Doch die Hotels waren sehr großzügig und leißen die Leute rein. Um 9 Uhr kam dann wieder der Papst am Forte de Copacaban an, nachdem er die Christusstatue umflogen und gesegnet hat. Eine Stunde später fing dann die Abschlussmesse an. Eine wunderschöne Atmosphäre mit viel geklatsche, gefeier und Gesängen begleitete sie. Es wurden schöne Lieder gesungen, der Papst hat seine letzte Rede gehalten und zum Schluss die Stadt/das Land des nächsten Weltjugendtags verkündet. Krakau/Polen 2016!!!! Die Menschen haben gejubelt, die Polen gefeiert. Ein tolles Spektakel. So endete der WJT Rio2013 und es kam mir vor, als hätte er gerade erst angefangen. Die Atmosphäre dort ist unbeschreibbar. Ein tolles Erlebnis das eigentlich nicht in Worte zu fassen ist. Wenn ihr Bilder in Zeitungen, dem Internet oder Fernseher gesehen habt, könnt ihr meine Worte vielleicht nachvollziehen. Mit 3,2 Millionen Menschen war es der größte Weltjugendtag seit Beginn vor 29 Jahren und uns kam es vor, als seine wir auf einem Festival!

An den Tagen hatten wir aber auch viel Freizeit, die wir hauptsächlich an den Stränden der Copacabana oder Ipanema verbracht haben. Es fand auch ein großes Programm "atos culturais" statt, indem verschiedene Sachen wie Konzerte, Theater, Kinofilem, Museumsbesuche, Diskussionen veranstaltet wurden. So bin ich einen Tag mit Kathrin, einer anderen deutschen Übersetzerin zu der Veranstaltung "International Youthhearing", dass von adveniat, misereor und dem BDKJ veranstaltet wurde, gegangen. Dort wurde in vier Themenböcken mit Pfarrern, brasilianischen und deutschen Jugendlichen, dem Bischof Wiesemann, Vorsitzender der Jugendkommission, und der Umweltministerin Brasiliens, Marina Silva, über die Tehmen Gewalt und Frieden; Bildung, Ausbilung und Arbeit; Kirche und Gesellschaft; und Nachhaltigkeit und Ökologie disskutiert. Zwischendrin gabe es immer wider Aufführungen von Jugendgruppen wie dem Straßenkinderzirkus Rio und Sambagruppen. An einem anderen Tag sind Alex und ich mit zwei Brasilianern, die auch freiwilig in unserer Gemeinde gearbeitet haben zu einem Konzert in einer Favela im Norden Rios gegangen. Dieses lag neben der berühmten Favela Alemão und wurde von einer berühmten katholischen Gruppe, dessen Sänger ein Freund der beiden ist, gehalten. Leider war dies nicht so gut besucht, da es so weit ausserhalt lag, es regnete und am gleichen Tag wie die Begrü0ungsmesse mit dem Papst war. Wir hatten aber unseren Spaß und sind anschließend noch in eine wunederschöne Kirche auf dem Berg gegangen, die man oft noch von weit weg sieht.

Ich hatte eine wundervolle Zeit in Rio, mit neuen Erfahrungen, Freundschaften und Einblicken in das Leben der Menschen. Eine Erfahrung, die ich nicht missen wollen würde und sehr bewegend war. 

Ein bisschen Komik

14Juli2013

Dieses Wochenende war eines der letzten für mich in Curitiba. Dementsprechend auch recht entspannt. Samstag Abend hat Katty mal wieder eine "Ich habe kein Geld also lade ich alle für Hamburger und Caipirinhas so viel sie wollen ein und nehme dafür 20 Reais damit ich danach einen Gewinn gemacht habe" Aktion betrieben. Sie hat jeden gefragt, ob seine Freunde kommen und viel zu viele eingerechnet, als am Ende da waren. Same story as always. Um 18 Uhr sollte es beginne, um 20.30 kamen die ersten Gäste, nur Katty war selber noch nicht da. Sie musste noch Sachen im Supermarkt kaufen, die nachmittags nicht zu uns nach Hause gebracht wurden - dafür brauchte sie über 3 Stunden. So wurde mal wieder erst um 23 Uhr angefangen zu essen, doch die Caipis drehten schon viel früher ihre Runden.... Die Lautstärke stieg und die Unkontrollierbarkeit auch, was teilweise etwas unangenehm wurde. Nach einer Lation-Tanz-Seccion, bei der alle begeistert waren, dass eine Deutsche so tanzen kann, habe ich mich ins Bett gemacht doch die Lautstärke hat mich einige Stunden vom Schlafen abgehalten.

Heute Abend waren wir im Theater. Luana und ich hatten dass schon seit Ewigkeiten vor, haben bisher aber noch nichts gutes gefunden. Ein neuer Nachbar von ihr hat uns daher gestern eingeladen, bei deinem Stück zuzusehen. Reduzierter Eintritt inklusive. So haben wir beide noch Bianca und Anna mitgenommen und uns einen netten Mädelsabend gemacht. Es war eine Stand-Up-Komödie. "Até que o casamento nos separe" (Bis die Hochzeit uns trennt). Da haben er und eine Frau auf wirklich einfache, deutliche, lustige Weise gezeigt, wie sich das Leben eines Paares nach der Hochzeit ändert. DIe typischen Verhaltensmuster der beien Geschlechter. Das Publikum wurde auch mit einbezogen, sodass am Ende sogar zwei Leute auf der Bühne ihrem/ihrer Liebsten ihre Liebe zugesprochen haben. Eine Stunde Spaß; und ich habe wirklich viel verstanden!

Heute habe ich auch für den Weltjugendtag meine Sachen gepackt. Etwas schwierig, wenn man nicht genau weiss wie, wo, was man genau die ganze Zeit machen wird. Wenigstens die Sonne begleitet mich die meiste Zeit. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt auf die Atmosphäre und die zwei Wochen mit so vielen internationalen Jugendlichen. Ein ausführlicher Bericht kommt natürlich nachträglich. 

Paralisação

12Juli2013

Diese Woche war sehr unspäktakulär. Ich habe alle meine Hausarbeiten abgegeben und habe somit ein großes Stück Arbeit hinter mich gebracht. Dienstag sollte ich eigentlich noch meine letzte Prüfung in Literaturwissenschaften bekommen, die der Lehrer allerdings vergessen hatte und sich somit meine e-mail Adresse notiert hat um sie mir am nächsten Morgen zuzuschicken. Aber ich bekam nichts. Mittwoch war nichts in meinem Posteingang, Donnerstag nichts. Da habe ich mich doch sehr gewundert, denn ich sollte die Prüfung Donnerstag abgeben, da ich ja jetzt auf den Weltjugendtag fahre und somit die letzten zwei Uniwochen fehlen werde.

Dazu kam aber, dass gestern eine Paralisação stattfand. Stillstand. Sehr sehr wenige sind zu Arbeit gegangen, Busse sind teilweise nicht gefahren und alle haben wieder gestreikt. Ich wusste nur nichts davon.  So bin ich morgens in due Uni gegangen und habe schon einen riesen Schreck bekommen, denn ich habe andauernd Knallpistolen und laute Musik gehört. Auf dem Innenhof der Uni waren drei große Zelte aufgebaut - es hätte sich auch gut um einen Zirkus handeln können - drum herum standen schallende Boxen und die ersten Leute versammelten sich in den Zelten. Und immer wieder diese Schüsse... Meine Professorin meinte dann, dass es sich um die Paralisação handelt und sie nur gekommen ist, falls es doch welche zum Unterricht schaffen. Wir haben aber nichts gemacht und die Anwesenheit wurde auch nicht überprüft. So war der ganze Tag davon für viele bestimmt, nicht arbeiten zu müssen oder nicht von A nach B zu kommen. Abends meinte Katty, meine Mitbewohnerin, dann, dass ich doch gar keinen Unterricht hatte. Ich wollte aber auf jeden Fal hin, denn es war Literaturwissenschaften und falls der Lehrer dagewesen wäre, hätte ich das mit meiner Prüfung klären können. Aber es war niemand da. Alles dunkel, alles geschlossen. So wartete ich mit ein paar anderen aus meinem Kurs kurze Zeit ob der Lehrer doch noch kommt, doch dies war nicht der Fall und wir sind gegangen. Dann sprach mich ein Mädchen an, ob ich meine Prüfung erhalten hätte. Ich war ganz erstaunt, dass sie davon wusste und verneinte. Da wunderte sie sich auch, denn auch sie kann die Prüfung nicht mitschreiben und hat sie per mail erhalten. Da habe ich mich wirklich gefragt, warum sie sie wie versprochen am nächsten morgen bekommen hat und ich nicht... Netterweise hat sie sich meine e-mail Adresse notiert und mir die Prüfung geschickt - ich hatte sie schon im Eingang als ich nach Hause gekommen bin! Auf manche Brasilianer kann man sih dann wohl doch verlassen!

Jetzt werde ich mich dieses Wochenende auf den Weltjugendtag in Rio vorbereiten. Viel ist nicht zu tun, nur ein wenig packen. Wir bekommen vor Ort auch ein Voluntär-Kit mit T-shirts die wir tragen müssen, Namensschildern, Fahrt- und Essenskarten etc. So werde ich nur wenig brauchen. Montag morgen fliege ich los und dann haben wir erst einmal eine Vorbereitungswoche, wo wir eingearbeitet werden, Erste Hilfe Kurse haben, die ersten Messen besuchen und die Stadt kennen lernen werden. Ich werde im Übersetzer-Team arbeiten, sodass dass wohl ein ganz entspannter Arbeitstag werden wird. Ich bin mal gespannt, was es für Texte werden und wie schwer. Mein "Vorgesetzter" scheint sehr nett zu sein und Alex, ein Freund von mir der auch hier in Curitiba studiert, ist mit mir in den Team. Der Arbeitstag soll immer in 5-stunden Schichten eingeteilt sein und sonst haben wir Freizeit. Jetzt fehlt nur noch unsere Unterkunft, die wir bis heute noch nicht wissen... Mal sehen wo wir am Ende schlafen werden und wie viele Nationen sich in den zwei Wochen mixen werden. Die Liste der Voluntäre ist unfassbar lang und so gut wie jedes Land ist dabei. Sehr spanned! Ich werde euch von meinen Erfahrungen dort auf jeden Fall berichten!

Kindergeburtstag

05Juli2013

Die Woche fing mit dem Geburtstag vom kleinen Sebastian an. Er ist 5 geworden und wurde zunächst in der Schule schön gefeiert und danach bei uns. Doch ein Kindergeburtstag war es nicht so wirklich. Ein Freund aus der Schule, der aber auch schon älter nämlich 9 ist, war da und sonst Freunde von Katty. Sie überlegt noch einen richtigen Geburtstag für ihn zu machen mit seinen Freunden, aber da spielt mal wieder die Geldnot eine große Rolle. Hier werden Kindergeburtstage, soweit ich das mitbekommen habe, unfassbar groß gefeiert. Das kann Nachmittags anfangen und bis später in den Abend/die Nacht rein gehen. Egal um welches Alter es sich handelt. Die Kinder und Eltern feiern zusammen und es ist ein unglaublicher Lärm. Wer da eher mit wem befreundet ist (Mütter/Eltern oder Kinder), spielt glaube ich nicht so wirklich eine Rolle. Die Kinder bekomme einen Haufen an Geschenken, die Eltern dekorieren die Location bunt und es gibt unmengen an Essen - süßes und salziges. Es werden Spiele gespielt und Unsinn gemacht. Es erinnert mich wieder ein wenig an die (Nord)Amerikaner! Ich habe auf jeden Fall meine zwei - obwohl, Sebastian hatte ich ja schon - neuen Freunde an dem Abend gefunden!

Diese Woche wurde es noch kälter und ich habe mich tagsüber, beim Hausarbeiten schreiben mit viel Tee und Decken gewärmt. Oft ist es im Haus viel kälter, als draußen. Dienstag, nachdem ich meine Hausarbeit über Mozart und Michael Jackson fertig hatte, habe ich einen deutschen Glühwein gemacht, der allen sehr gut geschmeckt hat! Er war schnell lehr und Katty und Camilo wollten unbedingt mein Rezept haben. Hier ist der Glühwein sehr süß, denn sie schütten viel viel Zucker rein und setzen ihn mit Ingwer an. Danach kommt noch Wein dazu und das war es eigentlich. Mittwoche habe ich mich wieder der Uni zugewand und meine zweite Hausarbeit für Kulturwissenschaften geschrieben: über die Kulturindustrie am Beispiel des Westernfilms aus Hollywood mit dem Cowboy als Leitfigur. Auch ein sehr witziges Thema. Eigentlich soll das eine Gruppenpräsentation werden, doch da die genau dann statt findet, wenn ich beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro als Voluntärin sein werde (die letzten zwei Juli-Wochen!), muss ich eine schriftliche Arbeit abgeben. Die habe ich Mittwoch auch schon fertig bekommen. So seht ihr, ich widme mich ganz und gar der Uni momentan. Am Wochenende kommt noch eine Hausarbeit in Kunstgeschichte und nächste Woche eine Klausur in Literaturwissenschaften - dann bin ich hoffentlich durch! Und das spannende Abendteuer des Weltjugendtages wartet auf mich. Meine Aufgabe wird sein, Texte ins Deutsche zu übersetzen und diese Woche hatte ich auch gleich schon den Ersten in meinen Mails.

Die Proteste haben ihren ersten Erfolg in Curitiba eingefahren: Diese Woche wurden die Buspreise wieder verringert, um 15 Centavos!

Ein Wochenende mit Mozart und Michael Jackson

01Juli2013

Freitag musste ich eine Portugiesisch Klausur schreiben. Das war gar nicht zu meiner Freude, denn ich musste mich dieses Wochenende meinen zwei Freunden Mozart und Michael Jackson widmen. Um mir mein Zertifikat über die Sprachkurse ausstellen zu lassen, musste ich noch eine Klausur von meinem letzten Niveau nachholen, da ich damals, als meine beiden Passauer Mitbewohner da war, meine Präsentation nicht gehalten sondern auf Reisen war. So war meine Aufgabe, einen Blogeintrag über meine Portugiesisch- und Kulturkenntnisse zu schreiben, die ich bisher erlangt habe. Darin bin ich ja mittlerweile schon ganz geübt, sodass die Prüfung zum Glück sehr schnell ging. Abends hatten wir Gäste hier, einige, die ich noch nicht kannte und ein paar Freunde. Es gab Cachapa, ein venezuelansiches Gericht, dass einem Pfannekuchen aus Maisteig ähnelt. Das war richtig lecker. Anna und Bianca kamen noch vorbei und haben mich nicht wirklich überreden müssen, mit ihnen auszugehen. Denn Anna hatte Samstag Geburtstag. So haben wir uns in eine sehr coole bar aufgemacht, nachdem wir uns gestärkt hatten. Sie war sehr lässig eingerichtet, mit riesen Retrobildern an der Wand und einem gemütlichen Interiordesing. Um Mitternacht hat die Band auch "Parabens para você" gesungen, das Happy Birhtday auf Portugiesisch. Die Musik war ein Mix aus MPB, Música Popular Brasileira, die ich bisher noch nicht kannte und Samba-Rock. Wir haben Anna schön reingefeiert und sind wirklich spät nach Hause.

Samstag haben wir uns dann zu einem Geburtstagsbrunch bei Anna getroffen, was sehr gemütlich war. Sie war schon ein wenig traurig, denn hier Geburtstag zu feiern, ist doch ein wenig anders und "einsamer". Die Familie ist nicht dabei und du hast nicht so die Stimmung wie man sie zu Hause bekommt. Doch wir haben das Beste für sie draus gemacht mit einer großen Essensauswahl, einem leckeren Kuchen und einen Sekt zum anstoßen. Dann musste ich mich aber auch auf machen und dem Wolfgang und Michael widmen. 

Mein Kurs für Kunstgeschichte ist schon ein Prüfungsmodul in Passau, sodass wenn ich mir den Kurs anrechnen lassen möchte, nie Note zählt und ich eine 10-seitige Hausarbeit hier schreiben muss. In meinem Kurs Comunicacao, Cultura e Sociedade, der das Äquivalent dazu ist, schreiben wir keine Prüfung aber eine etwas größere schriftliche Arbeit von 5 Seiten, so dachte ich mir mache ich daraus einfach die 10. Wir haben eine Biographie über mozart von dem Soziologen Norbert Elias gelesen, die wir mit einer x-beliebigen anderen Biographie vergleichen sollen. Dabei konnten wir uns aussuchen, wen wir wollten - ob auch ein Musiker, Künstler, Politiker, Sportler... Da habe Michael Jackson gewählt. Es ist bestimmt spannende einen Künstler aus heutiger Zeit zu nehmen als aus der gleichen Epoche wie Mozart. Zudem haben die beiden einen faszinierend ähnlichen Lebenslauf - wurden als Wunderkinder von ihren dominanten Vätern gepusht und zu Höchstform angetrieben, starben aber auch genau an dem Ruhm, hatten Probleme in der Gesellschaft und psychisch waren sie sehr labil. So bin ich letzte Woche auf Biographie-Suche gegangen und habe eine ganz interessante, nicht zu lange Biographie über Michael Jackson gefunden und eine Bachelorarbeit aus dem Jahr 2009, die Mozart und Michael Jackson vergleicht. Ich habe mich also die letzten Tage ausführlich dem Leben der beiden großen Musiker gewidmet.

Abends haben wir uns zum Essen wieder bei Anna getroffen und sind wieder ausgegangen, um auch gleich noch aus ihrem Geburtstag raus zu feiern. Wir sind in einen sehr coolen Club gegangen, der ziemoch günstig war und einen Mix aus allen Musikrichtungen gespielt hat: von Elektro, über House, Hip Hop, Sertanejo, MPB, bis zu Samba. Und, an dem Abend war dort eine Festa Junina. So gab es allerlei Süßigkeiten um sonst, tanzende Cowboys auf dem Tresen, Luftballons und Girlanden. Eine sehr ausgelassenen Stimmung und wir haben wieder bis in die frühen Morgenstunden ausgehalten.

 

Dieses Wochenende habe ich auch einen neuen Mitbewohner bekommen. Ein Brasilianer, der aus manaus kommt und seinen Master in Curitiba macht. Tagsüber arbeitet er und abends studiert er. Freitag habe ich ihn das erste Mal kennengelernt und lange mit ihm gesprochen. Er schein sehr nett, ruhig und entspannt zu sein. Bisher habe ich ihn aber noch nicht wieder gesehen, außer beim Einzug am Samstag.

Heute war ich dementsprechend echt müde, habe es aber geschafft, meine 10 Seiten zu schreiben! Auf Deutsch erst Mal, damit ich meine Gedanken klarer strukturieren und ausformulieren konnte. In den nächsten Tagen werde ich es dann auf Portugiesisch übersetzen und Luana schaut netterweise drüber, um die gröbsten Fehler zu korrigieren. Morgen habe ich auch noch eine Präsentation in Kunstgeschichte über Parmigianino, der den Manerismus prägte. Dafür werde ich mich morgen früh noch ein wenig vorbereiten. 

Morgen hat auch der kleine Sebastian Geburtstag und wird 5! Dieses Wochenende hat er von Katty ein Facebook-Account bekommen, was ich nicht glauben konnte und noch krasser, ein Handy!!! Er kann zwar noch nicht schreiben und lesen, aber man kann ja nicht früh genug anfangen... Bei manchen Sitten muss ich einfach nur den Kopf schütteln. Jetzt bin ich mal gespannt, was es dann noch zum Geburtstag gibt.

Dieses Wochenende habe ich auch einen neuen Mitbewohner bekommen (auf dem Foto mit den drei Jungs oben, der rechts neben mir). Ein Brasilianer, der aus Manaus kommt und seinen Master in Curitiba macht. Tagsüber arbeitet er und abends studiert er. Freitag habe ich ihn das erste Mal kennengelernt und lange mit ihm gesprochen. Er schein sehr nett, ruhig und entspannt zu sein. Bisher habe ich ihn aber noch nicht wieder gesehen, außer beim Einzug am Samstag.