Berichte von 08/2013

Mit den Delphinen schwimmen

31Aug2013

Morgens bin ich dann gut in einem ueberueberfuellten Minibus in Praia da Pipa angekommen. Das Staedchen liegt suedlich von Natal und ist seit einigen Jahren eine Traveller-Hochburg. Hier bin ich gleich sehr nett im Hostel aufgenommen worden und habe gefruehstueckt. Dabei gleich die ersten Leute kennen gelernt. Ein Maedchen, dass ihren Musikmaster in Zuerich gemacht hat (Brasilianerin), ein Brasilianer der in Curitiba an der gleichen Uni studiert, an der ich war und und und. Das Zimmer ist sehr gross und mit einem Maedchen aus São Paulo, Paula, habe ich dann auch gleich den Tag verbracht. Doch zuvor gab es einen kleinen Zwischenfall. In ihrer Handtasche war eine Kakerlake und als ich die Hostelbesitzerin mit ihrem Giftspray geholt habe, haben wir sie nicht mehr gefunden... Wir sind mit dem Curitibaner an den Strand gegangen und haben gleich eine Bootstour gemacht, mit der man an alle Hauptstranede faehrt und einen schoenen Ueberblick bekommt. Am Praia dos Golfinos, dem Delphinstrand, haben wir auch in unmittelbarer Naehe unmengen an Delphinen gesehen. Auch direkt am Strand sind sie froehlich vor sich hergeschwommen. Pipa ist beruehmt fuer die Delphine. Danach sind wir dort noch schwimmen gegangen, doch noch kam kein Delphin an uns vorbei. Wieder an Land haben wir uns an den Praia de Amor, den Liebesstrand, in eine Strandbude gelegt und die Sonne genossen. Ich habe dabei ein wenig Schlaf nachgeholt. Hier waren viele Surfer unterwegs da ein starker Wind und dadurch Wellengang herrschte und spaeter, als die Sonne verschwand, sind wir zurueck ins Hostel gegangen. Abends haben Paula und ich wundervolle Fisch- und Schrimpsmoqueca gegessen, ein typisches Gericht aus dem Nordosten, mit Kokosmilch, und uns wundervoll unterhalten. Im Hostel, da es noch recht frueh zum schlafen war, haben wir uns auf richtig grossen, gemuetlichen Sofas, mit hunderten von Kissen, Dirty Dancing als DVD angeschaut.

Am naechsten Morgen nach dem Fruehstueck sind Paula, Anna, unsere dritte Zimmermitbewohnerin aus Holland, und ich zum Delphinstrand gegangen. Dort haben wir ein Kayak gebucht in das allerdings immer nur 2 reinpassten ud haben uns abgewechselt. Es war fantastisch. Die Delphine, teils alleine, teils in Gruppen, sind direkt neben uns aufgetauscht, haben gespielt, nach Fisch geschnappt, einer ist "gesprungen". Doch als dann die Touriboote, mit denen wir auch gestern gefahren sind, sind die Delphine sehr selten nur noch aufgetaucht. Fotos waren sher schwierig zu machen aber die Tiere live zu sehen uns zu beobachten zaehlt ja auch viel mehr! Danach sind wir an den naechsten Strand gelaufen und haben uns auf gemuetliche Strandliegen gelegt, Ananassaft getrunken und den Surfern neben den Delphinen zugeschaut. Nachmittags haben wir den Bus nach Tubau, einer Nachbarstadt, genommen und sind in ein wunderbares Fischrestaurwant an der Lagune gegangen. Von dort hat man einen der besten Aussichten auf den Sonnenuntergang hier. Wir haben gegessen, die Sonne beobachtet und spaeter wieder zurueck nach Pipa gefahren. Im Bus haben wir einen sehr netten Brasilianer und eine Deutsche getroffen, die im Nachbarhostel wohnen. Abends haben wir in der gemuetlichen Sofaecke im Hostel mit ein paar Jungs einen sehr schoenen und traurigen Film geschaut, Seite an Seite.Selbst die Jungs hatten Traenen in den Augen!!

Morgens ist Anna schon frueh weiter gereist und Paula und ich haben einen Tagesausflug gemacht, mit noch einem anderen Jungen aus unserem Hostel. Mit einem Jeep sind wir in Richtung Sueden gefahren und haben den ersten Halt am Chapão, einer Steinklippe, gemacht. Der Ausblick war sehr beeindruckend und die Landschaft links und rechts so unterschiedlich. Von Duenen ueber Palmen, Wald, Strand und Meer, Steinwueste... Weiter Richtung Sueden haben wir an einem Aussichtspunkt Halt gemacht, an dem man bei Flut, die gerade herrschte, Schildkroeten beobachten kann. Da das Meer hoch ist und die Riffe bedeckt, essen sie die Algen und kleinen Krabben von den Steinen und tauchen oft an die Oberflaeche. Das war wunderschoen zu sehen! Weiter im Sueden haben wir an zwei Straenden gestoppt. Den ersten Strand haben wir nur mit einer kleinen Holzfahere erreicht ueber einen Fluss. Dort waren schoene Naturbecken zum entspannen und der Zusammenlauf des Flusses und des Meeres. Weiter im Sueden haben wir den zweiten Strand mit einem keinen Holzsegelboot erreicht. Leider war es zu der Zeit schon sehr Wolkig, aber da es dort sehr windig war, hat man unglaublich gut den Kitesurfern und Surfern zuschauen koennen, die ihre Tricks gezeigt haben. Mittags sind wir ein tolles Restaurant gegangen und haben sehr leckeren Fisch und Shrimps gegessen. Hier in der Gegend gibt es viele Shrimpfarms, die Shrimps zuechten und in ganz Brasilien verkauft werden. Zu so einer sind wir danach dann auch gefahren. Hier war es wie in einem kleinen Ferienlager. Blaue Krebse, Schrimps, ein Fluss hinter dem Haus, Bogenschiessen, Ponyreiten, Kayakfahren und Slackline. Die habe wir dann hauptsaechlich in Beschlag genommen und unser Gleichgewicht ausprobiert. Unfassbar schwierig!!! Von hier sind wir wieder in den Norden gefahren. Ein wenig oberhalb von Pipa ist eine wunderbare Sandduene und wir sind Sandboard gefahren. Da es aber angefangen hat zu Regnen, sind wir gleich weiter zur Lagune, an der wir drei Maedchen gestern den Sonnenuntergang angeschaut haben, gefahren und als der Regen gestoppt hat, sind wir wieder in Richtung Pipa zur Sandduene gefahren und haben ein paar Abfahrten Sandboar geuebt. Als wir bei Daemmerung wieder im Hostel angkamen, gab es keinen Strom. Stromausfall im ganzen Nordosten Brasiliens, 7 Bundesstaaten! So haben wir bei Kerzenschein uns unter der Dusche den Sand abgewaschen und mit ein paar anderen Gaesten auf der Sofalounge gelegen. Wann der Strom wieder anfaengt, ist hier sehr ungewiss. Aber zum Glueck kam er recht schnell wieder. So sind wir alle zusammen in der Stadt lecker Mexikanisch Essen gegangen gegangen. Diesen Abend durften die Jungs den Film aussuchen - Sin City....

Regen, Regen, Regen... Die ganze Nacht durch hat es geregnet und der Donnerstag viel wirklich sprichwoertlich ins Wasser. Wir haben den halben Tag auf den Sofas verbracht, Filme geguckt, gequatscht, genascht. Mittags wurde es dann mal ein bisschen besser, sodass Paula und ich zum Delphinstrand gefahren sind. Es war ihr letzter Tag und sie wolltenoch ein paar Delphine beobachten. Doch kaum waren wir dort, hat es wieder angefangen zu regnen. So haben wir einen Stop im Supermarkt gemacht, ein einfaches Ofenmittagessen auf brasilianische Art zubereitet und gewartet. Abends sind wir dann noch ein paar Geschenke und Andenken kaufen gegangen und mit einem der Jungs vom Vorabend (die anderen beiden sind heute abgefahren) Abendessen gegangen.

Der Regen hat aber nicht nachgelassen. Das Wetter fuer August ist hier verrueckt, denn normalerweise regnet es in Mai, Juni, aber nicht August. Paula ist morgens abgereist, und mein Tag sah ungefaher so aus wie der Vortag. Das Highlight des Tages war die Kakerlake abends im Badezimmer... Abends sind wir noch in eine nette Bar gegangen.

Heute geht es weiter zu meiner letzten Reisestation. Recife und Olinda!

Eine schlaflose Nacht in Weihnachten

26Aug2013

Gestern ist meine Weiterreise etwas anders abgelaufen, als gewollt. Ich habe meinen Bus nach Recife und von dort nach Natal bekommen. In Natal, was Weihnachten bedeutet, kam ich auch rechtzeitig an. Im Internet stand, dass es noch 2 Busse nachmittags gibt. Dort angekommen sagt mir eine Frau, die mehr in ihr Handy interessiert war als in irgendwelchen Kunden, dass es keine mehr gibt, erst morgen. So habe ich ueberlegt, den Bus Mittags zu nehmen und morgens noch ein wenig Natal anzuschauen. Aber der Bus zum Hostel, den die unfreundliche Frau mir genannt hat, kam zwei Stunden nicht. Da es schon fast 20 Uhr war und der Busbahnhof sehr weit ausserhalb der Stadt liegt, habe ich entschlossen, den ersten Bus morgens um 5.50 zu nehmen und die Nacht am Bahnhof zu verbringen.

Das war natuerlich nicht sehr Schlaffoerdernd. Ich habe bei einem netten Barmann etwas getrunken und er hat mir dann seinen bequemen Lederstuhl raussgestellt, damit ich wenigstens ein wenig Bequemlichkeit habe. Doch die Lautstaerke der arbeitenden Maenner war so laut, dass es mehr als schwer war, zu schlafen. So bin ich tod muede am Morgen in den Bus eingestiegen und in Praia da Pipa angekommen, einem wunderschoenen Strandoertchen mit Delphinen ohne Ende. Hier werde ich jetzt bis zum Wochenende bleiben!

Hühnerhaufen

25Aug2013

Nach dem Regen komme ich in einem wundervollen Strandort, suedlich von Recife an. Porto de Galinhas (Hühnerhafen). Frueher war hier der Haupthafen fuer den Sklavenhandel im 17 Jahrhundert und da die Sklaven wie Huehner in Kaefigen gehalten wurden, wurde die Stadt von "porto rico" in "porto de galinhas" umgenannt. Ueberall stehen Huehner, bunt angemahlt, in verschiedenen Posen, herum. Sehr amuesant. Ich bin in ein International Hostel eingecheckt und wurde gleich gefragt, ob ich nicht am naechsten Tag Tauchen gehen moechte. Also so richtig, nicht Schnorcheln, sondern mit Gasflasche und 6 Meter tief. Ich habe zunaechst abgelehnt, da ich wirklich Respekt und Angst davor habe, aber spaeter dann doch den Trip gebucht. Ein Mal muss ich es dann doch ausprobieren und am naechsten Tag sollten die Meerkonditionen am Besten sein. Niedrigster Wasserspiegel und somit top Bedingungen. Ich bin also abends nur noch Essen gegangen und habe mit meiner Zimmerkompanin bekanntschaft gemacht. Eine aeltere Frau, ich wuerde sie auf Ende 60 schaetzen, aus Rio. Die Nacht konnte ich nicht schlafen. Gar nicht. Abwechselnd fand ein Raucherhustkonzert und Schnarchkonzert in so einer Lautstaerke statt, dass selbst meine unendlich grosse Muedeigkeit nicht dagegen ankam und ich wach blieb. Ich hatte sogar ueberlegt in der Haengematte vor dem Haus zu schlafen.

Morgens bin ich wieder durch meine "Mitbewohnerin" an den Morgen erinnert worden, was eigentlich nicht noetig war. Ich habe mich fuer meinen Tauchtrip fertig gemacht und mit einem jungen Mann aus Belo Horizonte auf dem Weg zur Tauchcompanie gemacht. Dort haben wir ein Paaerchen getroffen und eine Einfuehrung in die Benutzung der Gasflasche und Masken bekommen, bevor wir mit einem Holzbooetchen zur Tauchstation vor einem Riff gefahren sind. Da sind wir in zweier Gruppen mit einem Guide, der Fotos von uns gemacht hat und uns begleitet hat, ins Wasser gegangen um uns zunaechst an die Masken zu gewoehnen. Mein Kompane, schwul, war bei uns das Maedchen hatte ich das Gefuehl. Ich hatte tierische Angst vor dem Trip und habe staendig gefragt, ob es auch wirklich sicher ist und keine Haie vor Ort sind. Doch am Ende hat er die Panik bekommen, zu schnell geatmet und dadurch Wasser in den Mund bekommen hat, dass er am ganzen Koerper zitterte und aus dem Wasser raus musste. Ich war hingegen anz gelassen. So hatte ich als eine Privatseccion. Sehr entspannt. Wir waren ca 40 Minuten unter Wasser, in Fischschwaermen und schoenen Unterwasserpfanzen und Riffen unterwegs, haben viele Fotos gemacht, aber waren nicht so gluecklich wie das Paar, dass eine Schilkroete entdeckt hat! So war das ein tolles Erlebnis, aber wahrscheinlich bleibt es bei dem einen Mal. Den Respekt habe ich immer noch. Danach habe ich mir mit meinem Kompanen die natuerlichen Becken angeschaut, die in den Korallenriffen, die ueber Wasser durch die Ebbe lagen, waren. Traumhaft schoen, blau-gruen glitzerndes Wasser und unendlich warmes Wasser. Danach habe ich mich an den Strand gelegt. Nachmittags habe ich dann die CD mit den Fotos abgeholt und bin ein wenig durch das Oertchen geschlendert. Als ich ins Hostel gekommen bin, wurde hier schon in einer netten Runde der erste Drink genommen und der Ausflug fuer den naechsten Tag gebucht.

Morgens bin ich mit meinem Schnorchelfreund und meiner Zimmernachbarin zu einem Ausflug zu einem wundervollen Strand, Praia de Carneiros, gefahren. Zunaechst ging es in einem Van ca eine Stunde Richtung Sueden, dort sind wir in einen Katamaran eingestiegen, mit Saenger und Fotograf! Unser erster Halt war an einem Strand, wo wir ein Heilerdebad nehmen konnten. Danach sahen wir angeblich alle 10 Jahre juenger aus; wie jung ich ausgesehen haben muss (11) !!!! Danach sind wir zu einer Sandbank gefahren und zum Schluss zu einem Korallenriff mit natuerlichen Becken, in deren warmen Wasser wir schwimmen waren. Mittags sind wir wieder am Strand angekommen und haben zu mittag gegessen. Auf unserer Rueckfahrt ist nach ungefaehr 10 Minuten die Gangschaltung kaputt gegangen. Wir sind nur noch nach hinten gerollt, den leichten Berg abwaerts. Es gab natuerlich kein Handysignal. So warteten wir auf die anderen Gruppen und fuellten deren Vans auf. So kamen wir alle doch recht schnell zurueck nach Porto de galinhas. Hier haben wir die Fotos des Fotografen angeschaut und wieder in einer grossen Runde zusammen gesessen. Abends kamen zwei Portugiesinnen noch im Hostel an und waren auch in unserem Zimmer untergebracht. Die beiden waren auch fuer ein halbes Jahr zum Auslandssemester im Sueden Brasiliens.

Am naechsten morgen waren die beiden Portugiesinnen richtig entnervt, da sie nicht schlafen konnten bei der Schnercherei und Husterei. Wir sind zusammen nach dem Fruehstueck an den Strand gegangen und haben uns die natuerlichen Wasserbecken angeschaut, das Becken, was den Umriss von Brasilien hat, haben Fische gefuettert und waren schwimmen. Als wir Mittags ins Hostel zurueck kamen, stand unsere Omi-Mitbewohnerin mit gepacktem Koffer im Eingang. Sie hat entschlossen, mit dem schwulen Kompanen, jetzt schon und nicht erst am Montag nach Recife zu fahren. Uns dreien ist so ein riesen Stein vom Herzen gefallen und wir freuten uns schon auf eine Nacht voller Schlaf. Nachmittags haben wir eine Buggy-Tour zu den verschiedenen Straenden der Kueste gemacht. Der erste war der schoenste und breiteste. Danach sind wir zu einem gefahren, der in den letzte 8 Jahren unzaehlige Luxushotels bekommen hat, und ein Riff hat, was man immer sieht. Uns hat es nicht so gut da gefallen, da durch die Hotels wenig Strand uebrig gebliebenist. Zum Schluss sind wir auf die andere Seite von Porto de Galinhas gefahren und kamen in einen Regenschauer. Dort waren die perfekten Surfwellen und man kann mit einem Holzboetchen in den Fluss an der Spitze des Strandes fahren und die Seepferdchen, fuer die Porto de Galinhas beruehmt ist, sehen (die ein Taucher in einem Glass mit Wasser faengt). Das war uns aber zu teuer und haben entschlossen, in das Projekt morgen zu gehen, wo man viele verschiedene Arten sehen soll. Abends sind wir nur noch essen gegangen.

Freitag morgen wollte ich auf einen Ausflug fahren. Doch da dort in der Naehe am Tag zuvor wieder Proteste waren, haben wenige Leute den Trip gebucht und wir sind nicht gehfaren. So bin ich an der Strand bei herrlichem Wetter gegangen und habe den Vormittag dort verbracht. Nachmittags bin ich mit den beiden Portugiesinnen zum Seepferdchen Projekt gegangen. Auch das war eher enttaeuschend. In kleinen Aquarien, eins am naechsten gereit, waren in etwa der Haelfte der Becken Fische. In der anderen die Seepferdchen. Es wurde nichts erklaert, gab keine weiteren Infos. So brauchten wir nicht mehr als 15 Minuten, die Seepferdchen waren aber schoen zu sehen; in verschiedenen Groessen und damit Altern. Danach sind wir die "Einkaufsmeile" hoch und runter gegangen und danach haben wir uns in die Haengematten im Hostel gelegt und relaxt.

Am naechsten Tag hat dann der Ausflug nach Cabo de Santo Agostinho geklappt. Wir waren zu fuenft und sind zunaechst zu einem Heilerdebad gefahren (diese Woche bin ich also schon um so einige Jahre verjuengt). Dort konnten wir richtig in die Erde reingehen, uns reinlegen. Nur mein weisser Bikini war danach nicht mehr weiss. Von dort aus sind wir zu zwei Aussichtspunkten gefahren und haben einmal Boa Viagem, ein Stadtteil von Recife, und einmal eine Hafen gesehen. Nicht unbedingt sehenswert. Bei einer einfachen Kirche haben wir halt gemacht und wahnsinnig leckeren Cachaça mit Fruchtgeschmack probiert (und gekauft). Zum Schluss sind wir an einen traumhaften Strand, Calietas, gefahren. Der ist wie ein Herz geformt. Dort haben wir den Rest des Mittags verbracht, uns lange unterhalten. gebadet, und die Zeit wie im FLuge vergehen lassen. Puenktlich zum Regen sind wir gefahren. Zurueck im Hostel habe ich gewaschen, gepackt und ein paar Mitbringsel gekauft. Abends bin ich noch schoen esse gegangen am Strand.

Heute morgen fahre ich recht frueh weiter. Zunaechst mit dem Bus nach Recife, dann einen weiteren, einen weiteren, einen weiteren in Richtung Norden...

Ilha de Itamaracá

19Aug2013

Bei stroemendem Regen, ueberfluteten Strassen (da kein Abwassersystem), bin ich gestern morgen in Recife angekommen. Von da aus habe ich ungefaehr 3 Busse auf eine kleine Insel, ca 40 km noerdlich, genommen. Dort, immer noch im Dauerregen, angekommen habe ich ein Sammeltaxi zum Forte Orange genommen. Die zwei Freunde des Taxifahrers fuhren auf meinem Backpack im Kofferraum mit. Die Pousada, viel zu ueberteuert meiner Meinung nach, gab mir ein paar Infos und ich habe fuer 2 Naechte gebucht.

Zuerst bin ich zum Projekt Peixe-boi (Seehuh) gefahren. Es war mehr als enttaeuschend. Zunaechst ein mehr als lieblos zusammen gestellter Film ueber die Seekuehe und Delphine, dann ein winziges Museum mitausschliesslich Skeletten von Seekuehen, Delphinen und Walen und dann zwei Becken, unglaublich klein und dreckig, mit jeweils 4 und 8 Seekuehen drin. Auf dem Gelaende, was man aber nicht betreten durfte, waren noch mer Becken fuer 16 Seekuehe, die dort "aufgepaeppelt" wurden, bevor sie wieder ins Meer duerfen. Obwohl die Tiere mehr als scheusslich sind, taten si mir doch leid. In einem angeblich schuetzendem Projekt so wenig Platz zu haben. Teilweise waren die Tiere schon 20 Jahre in der Station (die es seit 50 Jahren gibt).

Danach bin ich zum Fort Orange gegangen, einem Fort der Hollaender aus dem Jahre 1631, dass direkt neben dem Seekuh-Projekt liegt. Doch viel uebrig geblieben ist nicht. Als die Portugiesen ins Land kamen, haben sie das Fort zerstoert und zu einem eigenen umgebaut in 1654. Man sieht eigentlich nur noch die Umrisse der Aussenmauer. Von dort bin ich in die Vilha Velha gefahren. Der Weg dorthin, wunderschoen. Mit Palmen und Mangobaeumen umsaeumte Strasse. Aber diese Altstadt war sehr arm. Ein paar kleine, einfache Haeuser und eine Kirche, die keine Fenster hat. Es gab aber eine Aussicht auf das Meer.

Enttaeuscht zurueck in der Pousada habe ich ein Couscous gegessen und bin heute morgen weitergefahren. Noch eine Nacht waere ueberfluessig gewesen...

Praia do Forte

17Aug2013

Von Salvador aus ging es in einem "offiziellen" Bus nach Praia do Forte. Dieser Bus entpuppte sich aber eher als normaler Stadtbus, der bequemere Sitze hatte. Da ich erst Nachmittags um kurz vor 17 Uhr aus Salvador losgefahren bin, kamen wir in die Rushhour. Zwar ohne Stau aber Unmengen an menschen die von der Arbeit nach Hause wollten. Zum Glueck hatte ich eine Sitzplatz, am Ende konnten die Leute scvhon fast nicht mehr stehen. In Praia do Forte angekommen, war das International Hostel, das guenstigste vor Ort, leider schon voll. So bin ich ein eine kleine gemuetliche Pousada, etwas teurer, dafuer Einzelzimmer und wunderbares Fruehstueck, gegangen. Ich konnte den Preis ein wenig nach unten handeln und bin muede etwas in der Stadt essen gegangen. Praia do Forte ist unfassbar Touristisch, und dass schlaegt sich vorallem in den Preisen nieder. Alles, aber wirklich alles ist teuer. Selbst eine einfache Portion Nudeln kostet hier fast das doppelte, als sonst.

Am naechsten Tag bin ich bei herrlichem Wetter in das bekannte Tamar-Projekt gegangen. Tamar steht fuer TArtaruga MARinha, Meeresschildkroete. Seit 33 Jahren hilft dieses Projekt Meeresschildkroeten zu retten und schuetzen. Und das sehr erfolgreich. Sie sind in 9 Bundesstaaten Brasiliens vertreten und haben es geschafft, in den letzten Jahren 15.000 Babyschildkroeten pro jahr ins Meer zu lassen. Doch die Erfahrungen besagen, dass nur ein oder zwei Babys von 1000 ueberleben und erwachsen werden. In der Station selber gibt es verschiedene Becken, die wie ich finde etwas groesser sein koennten, mit Schildkroeten der 5 Arten, die es in Brasilien gibt, und verschiedenen groessen und Alter. In einem becken waren welche, die erst einen Monat alt waren. Sehr suess! Ich habe eine Fuetterung miterlebt, hauptsaechlich Fisch. Dann waren auch viele Infos aufgestellt, wie sie das Projekt vor allem mit den oertlichen Fischern betreiben. Mit das groesste Problem ist naemlich, dass Fischer aus Versehen in ihren Netzen Schildkroeten fangen und diese nicht an die Luft zum atmen kommen und somit sterben. Damit dies nicht passiert und die Fischer die Schildkroeten rechtzeitig und richtig wieder ins Wasser bringen, arbeitet Tamar eng mit ihnen zusammen. Etwa 95% des Teams besteht aus Fischern. Es gab auch einen einstuendigen Film ueber das Projekt und die Gefahren der Tiere und wie jeder einzelne helfen kann. Dann waren auch noch ein paar Skelette ausgestellt, von Schildkroeten die in den letzten jahren tot am Strand gefunden worden sind. Eine ist 2007 an Tumoren im ganzen Koerper gestorben - das fand ich sehr interessant, dass auch Schildkroeten Tumore haben koennen. In weiteren drei Becken waren Haie. Das Projekt foerdert auch nebenbei, so wie ich das verstanden habe, Haie. Die waren aber sehr unaktiv und haben sich meistens versteckt. Nachmittags haette man zu einer Fuetterung der Haie mit "Streicheleinheit" gehen koennen..... Danach habe ich mich bei dem herrlichen Wetter an den Strand gelegt und entspannt, gelesen, geschlafen, ein Kokoswasser getrunken. Vor dem Abendessen habe ich eine ganz coole Bar gefunden, wo ich noch einen Caipi getrunken habe.

Gestern morgen bin ich zum Castelo do Garcia d´Avila gegangen. Dies liegt ca 4 km von Praia do Forte entfernt. Man kann ein Taxi oder Tuck-Tuck dahin nehmen oder laufen. Ich habe mich fuer laufen entschieden, auch wenn es unertraeglich heiss zum laufen war, doch habe ich es nicht eingesehen, 25 Euro fuer diese kurze Strecke zu zahlen. Das Castelo wurde 1551 von den Portugiesen erbaut und war eins der groessten Bauwerke. Heute ist es eine beeindruckende Ruine mit toller Sicht auf das Meer und Palmen. Dieses Castelo hat einem einst armen Bauern mit 12 Kuehen gehoert, dass der damalige Koenig ihm geschenkt hat. So wurde er von jetzt auf gleich zu einem sehr reichen Mann und groessten Landbesitzer in Bahia, denn das Land streckte sich bis ins Landesinnere zum Nachbarstaat aus. Heute ist die Kirche noch perfekt zu sehen und erhalten (bestimmt wieder hergestellt) und die Ruinen sind zum Besuch praepariert. Zurueck in Praia do Forte bin ich an den Strand gegangen und kaum kam ich aus dem Wasser bin ich gleich von einem der Cocktailmixer am Strand vollgequatscht worden. Bis er kurze Zeit spaeter mit einer Kreation von ihm, Maracuja, Mango und ein wenig Limette, zurueck kam. Ein Geschenk fuer mich. Ihn danach wieder los zu werden war ein wenig schwieriger, aber nach einiger Zeit kamen zum Glueck Kunden und er nicht wieder. Sehr nett war es aber von ihm! Am spaeten Nachmittag bin ich vom Strand aufgebrochen und in ein kleines Schauer geraten. Bei unterstellen habe ich eine deutsch-brasilianische Familie kennengernt, ein Vater mit seine zwei Kindern, 7 und 10, und habe lange mit ihnen geredet und ein Lokal mit ihnen gesucht, da die Kinder hungrig waren. Zwei sehr aufgeweckte Kinder. Abends bin ich in das angeblich beste Restaurant der Stadt gegangen und habe leckere Meeresfruechte gegessen.

Heute frueh habe ich den Bus nach Salvador genommen und ein Ticket nach Recife gebucht. Der Nachtbus wird mich nun weiter in den Norden rollen, von Recife aus mache ich dann meine naechsten Reisen.

Die Insel ruft

14Aug2013

Nach der unglaublich anstrengenden und kraefteraubenden Wanderung habe ich mich entschlossen, auf einer Insel zu entspannen. Von Salvador aus bin ich zwei Stunden in einem Speedboot ueber die Wellen gefegt, mit dem ein oder anderen Seekranken Mitfahrer. Hier bin ich in einem sehr laessigen International Hostel, dass voellig von Bob Marley und dem Reggea bestimmt ist. Die Besitzer sind ein Brasilianer und seine Schweizer Frau, die ihn hier auf der Insel Morro de São Paulo vor 25 Jahren kennengelernt hat und nach ein paar Besuchen geblieben ist. Er hatte davor eine Bar am Strand und macht fantastische Caipirinhas, die wir hier abends immer zusammen trinken und uns dabei unterhalten. Ich wurde auch gleich gefragt, ob ich nicht hier mitarbeiten moechte...

Das Wetter ist leider nicht immer so toll. Da hier Winter ist, ist es zwar noch wundervoll warm, aber es regnet sehr oft und das Meer ist unruhig. Am Tag nach meiner Ankunft habe ich eine Bootstour um die Insel gemacht, mit Zwischenstopps in natuerlichen Wasserbecken zum schnorcheln und im warmen Wasser liegen (man hat leider durch das aufgewuhlte Meer nicht wirklich was sehen koennen), an schoenen Straenden der Nachbarinseln, an einer Austernfarm und in einer Stadt, mi der zweitaeltesten Kirche Brasiliens. Der Trip war wirklich nicht ohne, teilweise haben sich die Wellen ins Boot gebrochen und wir mussten uns echt fest halten, um nicht ueber Bord zu gehen.

Am naechsten Tag wollte ich eine Tour zum Walewatching machen, doch durch das schlechte Wetter und unruhige Meer, wurde sie abgesagt. So habe ich nur an einer "Schulung" ueber die Wale von einer Biologin, die die Trips begleitet und Research betreibt, teilgenommen. Anstelle dessen bin ich zum Leuchtturm und Aussichtspunkt gelaufen, von wo aus ich einen tollen Blick ueber die Stadt, "Vila" genannt, hatte, danach bin ich zu einem Fort "Fortaleza" gelaufen, an dem man angeblich nachmittags ab und zu Delphine beobachten kann. Ansonsten konnte ich bei dem starken Regen nicht viel machen und habe "Zuflucht" in den schoenen Strandboutiquen gesucht.

Zum Glueck ist das Wetter besser geworden. An meinem dritten Tag habe ich einen Spaziergang an den Straenden lang gemacht. Sie sind auch der Reihenfolge nach nummeriert. Primeira Praia, segunda praia, terceira praia, quarta praia bis man zu dem ruhigsten und menschenverlassensten praia do encanto kommt. Dort bin ich umgekehrt und zurueck zum segunda praia gelaufen, wo das "highlife" stattfindet. Bars, Restaurants, Fussballspielende und sich sonnende Reihe an Reihe. Hier habe ich den Tag wunderbar entspannt verbracht und anschliessend den Sonnenuntergang in einer Lounge bei einem Caipirinha genossen. Das gleiche Programm folgte in etwa am naechsten Tag.

Zu meinem walewatching kam ich dann doch noch tatsaechlich! An meinem letzten Tag war es sehr windstill und wir sind hinaus aufs Meer gefahren. Ich habe schon fast nicht mehr daran gedacht. Nach einer guten halben Stunde wurden die ersten Wale gespottet. Wir hatten zwar nicht das Glueck, sie springen oder mit den Flossen klatschen zu sehen, aber dafuer immer groessere Gruppen von 3-4 Walen. Meistens sieht man sie alleine. Teilweise waren wir auch wirklich nah an ihnen dran und konnten die schoenen Tiere beobachten, wie sie gemaechlich neben uns her geschwommen sind. Am gleichen Tag haben unsere Hostelbesitzer fuer die Gruppe von fast 40 Franzosen, die auch im Hostel untergebracht waren, ein Churrasco veranstaltet und mich dazu geladen. So bin ich zwar nicht mehr in den Genuss von gegrilltem gekommen, aber einem Bier. Abends bin ich noch mal am Strand essen gegangen und habe bei einem der vielen Cocktailmixer einen Drink genommen. Die sind wirklich fantastisch und machen Kreationen, von denen man noch nie im Leben gehoert hat mit den tollsten Fruechten.

Am fruehen Mittag ging es heute nun wieder nach Salvador per Katamaran, der gemaechlich ueber das Meer schipperte. Und sogar hier haben wir Wale sehen koennen. Wundervoll, auch wenn das Wetter leider erst zum Ende hin schoen wurde.

Auf Diamantensuche

08Aug2013

Meine Busfahrt fuehrte mich ueber einen Tag nach Lençois. Einer kleinen, schoenen Stadt im Landesinneren (ca. 420 km von Salvador entfernt), doch ein Bus braucht immer etwas laenger fuer so eine Strecke. Abends kamen wir dann an und am Busterminal standen schon viele Guides und Hostewlangestellte, die einen werben wollten. Ich bin in einer schoenen Pousada untergekommen, die mir Freunde empfolen haben und habe mit einer Gruppe von 4 Hollaendern (von denen eine Brasilianerin ist und schon seit 17 Jahren in Holland lebt und einer halb Hollaendr- halb Saudi-Araber sind) und einer Brasilianerin aus Rio de Janeiro. Wir haben ewig mit dem Guide um den Preis verhandelt; ich hatte zunaechst die doppelte Summe verstanden, sodass ich dann doch ziemlich geschockt und umso gluecklicher war, als ich den richtigen Preis erfahren habe. Am naechsten Morgen sind wir mit dem Noetigsten auf eine drei Tages Wanderung im Vale do Patí im Nationalpark "Chapada Diamantina" gegangen. Den Namen hat er, da frueher viele Diamanten und demnach Graeber in der Gegend waren. Wir haben leider keine mehr gefunden...

Die zwei Guides haben das Essen mitgechleppt, wir haben nur noch leichte Sachen, wie Brot uebernommen, und es ging erstmal einen steilen Berg im Sprinttempo hoch. Also das Tempo war shon echt flott die ganzen drei Tage, da musste man sich wirklich ran halten! wir sind bis zu einem See gelaufen, wo wir ein Mittagsessen zubereitet haben um danach auf den schwierigsten Teil zu kommen. Bis zu einem Bergruecken ging es erst sehr eben weiter, doch dann ging eine Felswand vor uns hinunter. Diese bereitete einen wunderbaren Ausblick in die Landschaft, doch diese Steinwand mussten wir dann auch runterklettern. Mit Rucksaecken, ohne Hilfe. Das war wirklich schwierig. Die Steine waren um die 1 Meter breit, doch der Abstand nach unter betrug manchmal um die 1,50 meter, wo ich mit meiner Groesse wirklich zu kaempfen hatte. Einmal ausgerutscht, waere es das Ende gewesen... Mit grossen herzklopfen und viel Schweiss sind wir alle gut unten angekommen und zu einem Haus gekommen, in dem wir mit anderen Gruppen die Nachete auf Matratzenlagern verbringen sollten. Nach kurzer Verschnaufspause sind wir weiter gegangen, zu einem Wasserfall. Wir sind eine Schleife gelaufen, damit wir die Ausblicke geniessen konnten und mussten so am Ende den Wasserfall an der Seite hochklettern. Also einfach war unser Trip wirklich nicht. Abends haben die Guides uns ein Abendessen gekocht und alle Wanderer haben sich am Lagerfeuer versammelt, denn es wurde nachts echt kalt. Bei Gitarre und gesang ging unser erster Tag zuende. Doch leider hat es die Brasilianerin mit Bauchproblemen erwioscht, sodass sie die Nacht ueber- auch in unser Shlafzimmer - gespuckt hat...

Am naechsten Morgen, nach einem guten Fruehstuek haben wir uns ohne die Brasilianerin und den zweiten Guide bei Regen und Nebel aufgemacht. Uns wurde immer erzaehlt zu der und der Uhrzeit klart der Himmel auf. Pustekuchen. Es regnete den ganzen Tag, sodass die Wege rutschig und matschig wurden und es viel Konentration bedurfte, nicht auszurutschen. Wir sind zu einem Wasserfall gegangen, den man von einem Steinvorsprung sehen konnte, der 350 Meter in die Tiefe ging. Atemberaubend, auch bei der schlechten Sicht. Doch auch der Weg war landschaftlich fantastisch. Alle hundert Meter konnte sich die Boden und Pflanzenbeschaffenheit aendern. Mal ging es ueber Steinplatten, die mich an den Westen Irlands erinnert haben, dann ueber Steppe wie in Afrika, ueber Sand und Grass mit Strauechern, die mich an die Sylter Hagebuttenbaueme und Duenen erinnert haben, durch Wald der an den Amazonas erinnerte und und und. Das war unglaublich und hat dem Regentag sein gutes gebracht. So waren wir aber Nachmittags schon wieder in unserer Unterkunft und haben uns bei Ananastee gewarmt und auf das Abendessen gewartet. Zusammen mit einem Brasilianer haben wir danach noch gemuetlich ein Spiel in der Kueche gespielt, da der Regen kein Feuer erlaubt hat und dort der waermste Ort war. 

Am letzten Tag wurden wir um 6 Uhr schon von Grassgeruch geweckt. Die Guides haben wirklich unglaublich viel Grass geraucht und sind dementsprechend Abends gut benebelt ins Bett gegangen. Der geruch egleitete einen also die ganze Zeit. Leider war das Wetter nicht besser. Immer noch Regen, immer noch Nebel. So sind wir nach einem spaeteren Fruehstuek mit all unserem Zeug aufgebrochen und die schlechte Nachricht war dass wir diese steile Felswand vom ersten Tag wieder hoch mussten. Hoch ging es doch wesentlich einfacher, da man sich meistens gut festhalten konnte, doch der Regen hat auch dort seine tueckischen Spuren hinterlassen. Ausser Atem kamen wir oben an und sind dann in eine andere Richtung aus dem Park gelaufen. Der Weg war uebergehend flach, doch so matschig, dass wieder die groesste Herausforderung war nicht reinzutreten oder auszurutschen. Doch am Ende ist das jedem das ein oder andere mal passiert.... Nah und nach ist der Himmel etwas aufgerissen und fuer die letzte Stunde, als wir noch eine Mittagspause eingelegt haben, schien die Sonne. Unten wartete wieder der Fahrer, der uns am ersten Tag auch schon zum anderen Parkeintritt gebracht hat, und wir sind zu einem weiteren Wasserfall gefahren, der recht klein aber schoe war und haben dort den Sonnenuntergang abgewartet und uns ausgeruht. Zurueck in lençois haben wir uns alle so unglaublich auf eine Dusche gefreut, und die tat mehr als gut. Wir haben uns dann noch zufaellig zum Aendessen getroffen und nach ein paar Bezahlproblemen mit unserem Guide bin ich mit dem hollaendischen Paar zum Busbahnhof und wir haben den Nachtbus nach Salvador genommen.

Drei intensive tage, die sich trotz vieler Schrammen mehr als gelohnt hat! Auch ein Ziel, dass ich sehr empfehlen kann!

Salvador da Bahia

04Aug2013

Meine grosse Reise beginnt in "der" Stadt Brasiliens, die das wahre Brasilien zeigt. Salvador da Bahia. Im schoen warmen Nordosten bin ich also angekommen und zu einer Freundin aus Passau, die auch gerade ihr Auslandssemester macht, untergekommen. Zunaehchst haben sie und ihr peruanischer Freund eine Touri-Tour durch die Altstadt. das Pelourinho, gemacht. Im Vergleich zu Curitiba strahlt die Stadt nur so. Die Haeuser sind bunt, genauso wie die Leute bunt gemischt sind. Alles scheint so froehlich. Doch der Schein truegt, denn Salvador ist einer der gefahrlichsten Staedte Brasiliens. Ueberfaelle, Taschendiebe, dass ist Alltaglich. So war ich wirklich froh, dass ich mit den beiden unterwegs war, die sich auskannten und ich mit Leuten unterwegs war. Wir sind an schoene Plaetze gekommen, haben eineige Kirchen gesehen, ich war auf den Spuren meines Spezialgebiets des Michael Jackson unterwegs - auf einem Platz steht ein Papp-Michael-Jackson, da er dort mit der beruehmten Trommelgruppe Salvadors "Olodum" sein Video zu dem Lied "they don't care about us" aufgenommen hat. Danach sind wir zu einem grossen Markt gegangen, der alles moegliche hatte und wir um einiges gefeilscht haben. Nachmittags sind wir auf eine Halbinsel gefahren,wo die beruehmte Kirche Bomfin steht. Die im Winde wehenden Gluecksarmbaender, die ein Muss sind, saeumen die Kirche, in der gerade ein Gottesdienst stattfand. So haben wir ihn ein wenig verfolgt und uns das Interior angeschaut, was auch sehr zu sehen ist. Zum Abschluss unserer Tour sind wir auf der gleichen Insel in die Preisgekroente, beste Eisdiele Salvadors gegangen. Und das Eis hat wirklich einfach nur toll geschmeckt. Abends, nach ein wenig ausruhen sind wir dann nochmal ins Pelourinho gegangen, da dort immer kostenlose Livekonzerte stattfinden. Wir haben ein Acaraje, die typische frittierte Bohnenmase mit Shrimps, gegessen und waren danach auf einem sehr abwechslungsreichem Konzert.

Nach einem schoenen ausfuehtlichen Fruehstueck am nachesten Tag sind wir zu einem Leuchtturm gefahren, dem Farol da Itapuã, der an einem sehr schoenen, ruhigen Strand steht. Wir sind den Strand lang gelaufen, konnten dann aber leider nicht auf den Leuchtturm drauf und sind was Essen gegangen. Das naechste salvadorianische Spezialgericht: moqueca. Ein Fisch-Kokosmilch Eintopf. Sehr lecker. Danach haben wir uns ein schattiges Plaetzchen gesucht und sind schwimmen gegangen, bei waremn Wasser und kaum Wellengang. Von der Sonne verwoehnt sind wir abends auf den Abschiedsabend von einer Freundin von Alice gegangen. Dort habe ich auch ein weiteres Maedchen aus Passau getroffen, die ich schon kannte, mich aber nicht dran erinnern konnte.. Wir haben lange gequatscht und danach war ich noch froher, nicht in Salvador studiert zu haben. Sich nicht wirklich frei bewegen zu koennen bzw zu trauen und immer Sprueche hinterher gerworfen zu bekommen, ist dann doch nicht noetig. Zumal die Uni wohl auch sehr unorganisiert ist. Sie haben bis vor kurzem keinen Sprachkurs auf die Reihe ekommen und offiziell eingetragen in die Kurse sind sie auch nicht. Da hatte ich wohl ziemliches Glueck mit meiner Uni...

Bei Alice zu Hause hat ihr Mitbewohner eine Ueberraschungs-Geburtstagsfeier fuer seinen Freund gemacht, bei der wir dann noch "teilgenommen" haben. Er hatte einen wundervolle Anpfelstrudelkuchen gebacken. In der Nacht hatte ich dann auch ein paar mehr Mitschlaefer im Wohnzimmer, musste aber morgens auch frueher los, da ich mih ins Innere von Bahia aufgemacht habe... Salvador ist auf alle Faelle ein Muss zum Sehen, aber mit viel Vorsicht zu geniessen!

Die letzten Tage in Curitiba...

01Aug2013

So langsam geht meine Zeit in Curitiba zu Ende...doch noch nicht in Brasilien!! Heute mache ich mich auf zu meiner großen Abschlussreise in den Nord-Osten - Das Brasilien, was wir Europäer kennen. Samba, Fußball spielende auf der Straße, Party, Strände... Zunächst gehts nach Salvador, wo ich bei einem Mädchen aus Passau wohnen werde und der Rückflug ist aus Recife, Anfang September, gebucht. Was mir dazwischen so passiert, weiss ich noch nicht. Ich bin gespannt und freue mich riesig auf die tolle Reise!

Die letzten drei Tage hier in Curitiba waren aber auch nochmal Turbulent. Montag erzählte mir ein Mitstudent, dass meine deutsche Kunstgeschichslehrerin nicht kommen wird, da ihr Haus letzte Woche abgebrannt ist. So habe ich mich sofort bei ihr erkundigt, wie es ihr geht und ob sie Hilfe braucht. Ich bin Dienstag direkt zu ihr aufs Land gefahren. Was ich dort gesehen habe, war sehr bewegend. Der Kamin stand noch, sonst nur ein großer Haufen verbranntes, unbestimmtes, ein paar Papiere, was dort lag, wo mal das Haus gestanden haben muss. Erst vor einem Jahr sind sie in das selbstentworfene Holzhaus auf dem Land eingezogen und ein nicht richtig zusammengeschweistes Kabel hat einen Schwelbrand ausgelöst. Die eine Tochter schlief über eine Stunde im Nachbarzimmer, bis sie aufwachte und den Rauch im Zimmer sah. Alles ging sehr schnell. Das öffnen der anderen Kinderzimmertür löste dann den katastrophalen Brand aus, der das Haus zerstörte. Zum Glück ist der Familie nichts passiert, doch sie haben wirklich alles verloren- alle Geschichten, Kulturen, alles was sie gesammelt und aufgebaut hatten. Doch schon in der einen Woche ist so unglaublich viel passiert. Es kommen Spenden über Spenden. Von Geld über Klamotten, Haushaltsgeräte bis hin zu Zement, Steinen, Baumaterial. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie stark sie mit dem Unglück umgehen. ich war sehr froh, ihr ein wenig helfen zu können, wenn auch nur mit guten, ablenkenden Gesprächen. Es ist schön zu sehen dass sie sowohl weinen als auch lachen können und wirklich gute Freunde haben.

Bevor ich nun fliege, musste auch noch mein Zimmer ausgeräumt, geschrubbt und ein Wäschemarathon eingelegt werden. Doch soviel habe ich zum Glück nicht hier, sodass das sehr schnell ging. Gestern Abend waren dann noch meine deutschen Freunde auf ein Glas Wein da und Katty hat mal wieder ein spontanes Abendessen gemacht, mit Freunden von ihr. Fisch-Paella gabs...Es war ein sehr netter, letzter Abend.

 

Jetzt mache ich mich mit gepacktem Bagpack auf zum Flughafen, zu einer wundervollen Abschlussreise, vielen neuen Erlebnissen und Überraschungen.