Auf Diamantensuche

08Aug2013

Meine Busfahrt fuehrte mich ueber einen Tag nach Lençois. Einer kleinen, schoenen Stadt im Landesinneren (ca. 420 km von Salvador entfernt), doch ein Bus braucht immer etwas laenger fuer so eine Strecke. Abends kamen wir dann an und am Busterminal standen schon viele Guides und Hostewlangestellte, die einen werben wollten. Ich bin in einer schoenen Pousada untergekommen, die mir Freunde empfolen haben und habe mit einer Gruppe von 4 Hollaendern (von denen eine Brasilianerin ist und schon seit 17 Jahren in Holland lebt und einer halb Hollaendr- halb Saudi-Araber sind) und einer Brasilianerin aus Rio de Janeiro. Wir haben ewig mit dem Guide um den Preis verhandelt; ich hatte zunaechst die doppelte Summe verstanden, sodass ich dann doch ziemlich geschockt und umso gluecklicher war, als ich den richtigen Preis erfahren habe. Am naechsten Morgen sind wir mit dem Noetigsten auf eine drei Tages Wanderung im Vale do Patí im Nationalpark "Chapada Diamantina" gegangen. Den Namen hat er, da frueher viele Diamanten und demnach Graeber in der Gegend waren. Wir haben leider keine mehr gefunden...

Die zwei Guides haben das Essen mitgechleppt, wir haben nur noch leichte Sachen, wie Brot uebernommen, und es ging erstmal einen steilen Berg im Sprinttempo hoch. Also das Tempo war shon echt flott die ganzen drei Tage, da musste man sich wirklich ran halten! wir sind bis zu einem See gelaufen, wo wir ein Mittagsessen zubereitet haben um danach auf den schwierigsten Teil zu kommen. Bis zu einem Bergruecken ging es erst sehr eben weiter, doch dann ging eine Felswand vor uns hinunter. Diese bereitete einen wunderbaren Ausblick in die Landschaft, doch diese Steinwand mussten wir dann auch runterklettern. Mit Rucksaecken, ohne Hilfe. Das war wirklich schwierig. Die Steine waren um die 1 Meter breit, doch der Abstand nach unter betrug manchmal um die 1,50 meter, wo ich mit meiner Groesse wirklich zu kaempfen hatte. Einmal ausgerutscht, waere es das Ende gewesen... Mit grossen herzklopfen und viel Schweiss sind wir alle gut unten angekommen und zu einem Haus gekommen, in dem wir mit anderen Gruppen die Nachete auf Matratzenlagern verbringen sollten. Nach kurzer Verschnaufspause sind wir weiter gegangen, zu einem Wasserfall. Wir sind eine Schleife gelaufen, damit wir die Ausblicke geniessen konnten und mussten so am Ende den Wasserfall an der Seite hochklettern. Also einfach war unser Trip wirklich nicht. Abends haben die Guides uns ein Abendessen gekocht und alle Wanderer haben sich am Lagerfeuer versammelt, denn es wurde nachts echt kalt. Bei Gitarre und gesang ging unser erster Tag zuende. Doch leider hat es die Brasilianerin mit Bauchproblemen erwioscht, sodass sie die Nacht ueber- auch in unser Shlafzimmer - gespuckt hat...

Am naechsten Morgen, nach einem guten Fruehstuek haben wir uns ohne die Brasilianerin und den zweiten Guide bei Regen und Nebel aufgemacht. Uns wurde immer erzaehlt zu der und der Uhrzeit klart der Himmel auf. Pustekuchen. Es regnete den ganzen Tag, sodass die Wege rutschig und matschig wurden und es viel Konentration bedurfte, nicht auszurutschen. Wir sind zu einem Wasserfall gegangen, den man von einem Steinvorsprung sehen konnte, der 350 Meter in die Tiefe ging. Atemberaubend, auch bei der schlechten Sicht. Doch auch der Weg war landschaftlich fantastisch. Alle hundert Meter konnte sich die Boden und Pflanzenbeschaffenheit aendern. Mal ging es ueber Steinplatten, die mich an den Westen Irlands erinnert haben, dann ueber Steppe wie in Afrika, ueber Sand und Grass mit Strauechern, die mich an die Sylter Hagebuttenbaueme und Duenen erinnert haben, durch Wald der an den Amazonas erinnerte und und und. Das war unglaublich und hat dem Regentag sein gutes gebracht. So waren wir aber Nachmittags schon wieder in unserer Unterkunft und haben uns bei Ananastee gewarmt und auf das Abendessen gewartet. Zusammen mit einem Brasilianer haben wir danach noch gemuetlich ein Spiel in der Kueche gespielt, da der Regen kein Feuer erlaubt hat und dort der waermste Ort war. 

Am letzten Tag wurden wir um 6 Uhr schon von Grassgeruch geweckt. Die Guides haben wirklich unglaublich viel Grass geraucht und sind dementsprechend Abends gut benebelt ins Bett gegangen. Der geruch egleitete einen also die ganze Zeit. Leider war das Wetter nicht besser. Immer noch Regen, immer noch Nebel. So sind wir nach einem spaeteren Fruehstuek mit all unserem Zeug aufgebrochen und die schlechte Nachricht war dass wir diese steile Felswand vom ersten Tag wieder hoch mussten. Hoch ging es doch wesentlich einfacher, da man sich meistens gut festhalten konnte, doch der Regen hat auch dort seine tueckischen Spuren hinterlassen. Ausser Atem kamen wir oben an und sind dann in eine andere Richtung aus dem Park gelaufen. Der Weg war uebergehend flach, doch so matschig, dass wieder die groesste Herausforderung war nicht reinzutreten oder auszurutschen. Doch am Ende ist das jedem das ein oder andere mal passiert.... Nah und nach ist der Himmel etwas aufgerissen und fuer die letzte Stunde, als wir noch eine Mittagspause eingelegt haben, schien die Sonne. Unten wartete wieder der Fahrer, der uns am ersten Tag auch schon zum anderen Parkeintritt gebracht hat, und wir sind zu einem weiteren Wasserfall gefahren, der recht klein aber schoe war und haben dort den Sonnenuntergang abgewartet und uns ausgeruht. Zurueck in lençois haben wir uns alle so unglaublich auf eine Dusche gefreut, und die tat mehr als gut. Wir haben uns dann noch zufaellig zum Aendessen getroffen und nach ein paar Bezahlproblemen mit unserem Guide bin ich mit dem hollaendischen Paar zum Busbahnhof und wir haben den Nachtbus nach Salvador genommen.

Drei intensive tage, die sich trotz vieler Schrammen mehr als gelohnt hat! Auch ein Ziel, dass ich sehr empfehlen kann!