Die Insel ruft

14Aug2013

Nach der unglaublich anstrengenden und kraefteraubenden Wanderung habe ich mich entschlossen, auf einer Insel zu entspannen. Von Salvador aus bin ich zwei Stunden in einem Speedboot ueber die Wellen gefegt, mit dem ein oder anderen Seekranken Mitfahrer. Hier bin ich in einem sehr laessigen International Hostel, dass voellig von Bob Marley und dem Reggea bestimmt ist. Die Besitzer sind ein Brasilianer und seine Schweizer Frau, die ihn hier auf der Insel Morro de São Paulo vor 25 Jahren kennengelernt hat und nach ein paar Besuchen geblieben ist. Er hatte davor eine Bar am Strand und macht fantastische Caipirinhas, die wir hier abends immer zusammen trinken und uns dabei unterhalten. Ich wurde auch gleich gefragt, ob ich nicht hier mitarbeiten moechte...

Das Wetter ist leider nicht immer so toll. Da hier Winter ist, ist es zwar noch wundervoll warm, aber es regnet sehr oft und das Meer ist unruhig. Am Tag nach meiner Ankunft habe ich eine Bootstour um die Insel gemacht, mit Zwischenstopps in natuerlichen Wasserbecken zum schnorcheln und im warmen Wasser liegen (man hat leider durch das aufgewuhlte Meer nicht wirklich was sehen koennen), an schoenen Straenden der Nachbarinseln, an einer Austernfarm und in einer Stadt, mi der zweitaeltesten Kirche Brasiliens. Der Trip war wirklich nicht ohne, teilweise haben sich die Wellen ins Boot gebrochen und wir mussten uns echt fest halten, um nicht ueber Bord zu gehen.

Am naechsten Tag wollte ich eine Tour zum Walewatching machen, doch durch das schlechte Wetter und unruhige Meer, wurde sie abgesagt. So habe ich nur an einer "Schulung" ueber die Wale von einer Biologin, die die Trips begleitet und Research betreibt, teilgenommen. Anstelle dessen bin ich zum Leuchtturm und Aussichtspunkt gelaufen, von wo aus ich einen tollen Blick ueber die Stadt, "Vila" genannt, hatte, danach bin ich zu einem Fort "Fortaleza" gelaufen, an dem man angeblich nachmittags ab und zu Delphine beobachten kann. Ansonsten konnte ich bei dem starken Regen nicht viel machen und habe "Zuflucht" in den schoenen Strandboutiquen gesucht.

Zum Glueck ist das Wetter besser geworden. An meinem dritten Tag habe ich einen Spaziergang an den Straenden lang gemacht. Sie sind auch der Reihenfolge nach nummeriert. Primeira Praia, segunda praia, terceira praia, quarta praia bis man zu dem ruhigsten und menschenverlassensten praia do encanto kommt. Dort bin ich umgekehrt und zurueck zum segunda praia gelaufen, wo das "highlife" stattfindet. Bars, Restaurants, Fussballspielende und sich sonnende Reihe an Reihe. Hier habe ich den Tag wunderbar entspannt verbracht und anschliessend den Sonnenuntergang in einer Lounge bei einem Caipirinha genossen. Das gleiche Programm folgte in etwa am naechsten Tag.

Zu meinem walewatching kam ich dann doch noch tatsaechlich! An meinem letzten Tag war es sehr windstill und wir sind hinaus aufs Meer gefahren. Ich habe schon fast nicht mehr daran gedacht. Nach einer guten halben Stunde wurden die ersten Wale gespottet. Wir hatten zwar nicht das Glueck, sie springen oder mit den Flossen klatschen zu sehen, aber dafuer immer groessere Gruppen von 3-4 Walen. Meistens sieht man sie alleine. Teilweise waren wir auch wirklich nah an ihnen dran und konnten die schoenen Tiere beobachten, wie sie gemaechlich neben uns her geschwommen sind. Am gleichen Tag haben unsere Hostelbesitzer fuer die Gruppe von fast 40 Franzosen, die auch im Hostel untergebracht waren, ein Churrasco veranstaltet und mich dazu geladen. So bin ich zwar nicht mehr in den Genuss von gegrilltem gekommen, aber einem Bier. Abends bin ich noch mal am Strand essen gegangen und habe bei einem der vielen Cocktailmixer einen Drink genommen. Die sind wirklich fantastisch und machen Kreationen, von denen man noch nie im Leben gehoert hat mit den tollsten Fruechten.

Am fruehen Mittag ging es heute nun wieder nach Salvador per Katamaran, der gemaechlich ueber das Meer schipperte. Und sogar hier haben wir Wale sehen koennen. Wundervoll, auch wenn das Wetter leider erst zum Ende hin schoen wurde.