Ein ständiger Begleiter...

10Mai2013

...ist meine Weste geworden! So wie ihr euch über die ersten warmen Sonnenstrahlen und den lang ersehnten Frühling erfreut, erfreue ich mich an den letzten warmen Sonnenstrahlen im brasilianischen Herbst. Morgens und abends wird es teilweise schon so kalt, dass ich ohne Socken, Schal und Weste nicht mehr aus dem Haus kann, mittags hingegen würde ich am liebsten ein Sommerkleid tragen da es in der Sonne doch noch bis 28 Grad wird. Doch der Winter kündigt sich leider immer schneller an....

Seit dieser Woche hat der neue Portugiesischkurs angefangen, leider auch mit zwei neuen Lehrern. Ich kenne erst den einen. Er ist eigentlich Geschichts-, Latein- und Altgriechischlehrer. Und genauso trocken und langweilig wie ich mir solch eine Lehrer vorstelle, ist er auch. Wir lernen so gut wie nichts. Er liest die Texte, er sagt uns die Antworten zu den Aufgaben vor, lässt uns nicht diskutieren, reden, versteht unsere Fragen nicht und kann nicht erklären. Am liebsten schweift er eigentlich auf den lateinischen Ursprung eines portugiesischen Wortes oder die brasilianische Geschichte ab. Das wird ein ermüdender Portugiesischmonat...

Donnerstag habe ich einen alten Schulfreund von dem Vater einer sehr guten und lieben Freundin von mir getroffen. Er ist seit fast 40 Jahren in Brasilien, engagiert sich hier für den Umweltschutz, aussterbende Vögelarten und hat einen eigenen Nationalpark ca 3-4 Stunden von Curitiba entfernt. Ein sehr spannender Mann. Er und seine Freundin haben mich netterweise auf einen Kaffee zu ihnen eingeladen und mir von ihrer unfassbar interessanten Lebensgeschichte erzählt, mich herzlichst empfangen und ihre Hilfe und ihr Ohr, wann immer ich sie brauche, angeboten und ein Kinderbuch über Papageien geschenkt, welches sie geschrieben haben. Sie ist Amerikanerin und Künstlerin und malt hauptsächlich Natur und Tierbilder. So engagieren sich beide mit viel Herz für die Natur, Tiere und Umwelt hier in Brasilien und haben schon viel erlebt und erreicht!

Lustigerweise sind sie auch mit meiner Kunstgeschichtslehrerin hier befreundet. Wie klein die Welt immer wieder ist. Mit ihr habe ich auch lange am Montag nach dem Kurs gesprochen. Sie hat ich sehr ausführlich über mein Wohl erkundigt und mich eingeladen, mit ihrer Familie ein Wochenende zu verbringen. Wir haben Nummern ausgetauscht und wenn sie von einer Galerieeröffnung, Kunstparty oder Ausstellungspremiere hört, möchte sie mir schreiben, sodass ich entscheiden kann, ob ich ein wenig Bekanntschaft mit der Kunstszene hier machen möchte. So was würde einem in Deutschland eher nicht so schnell passieren...