Ein Wochenende mit Mozart und Michael Jackson

01Juli2013

Freitag musste ich eine Portugiesisch Klausur schreiben. Das war gar nicht zu meiner Freude, denn ich musste mich dieses Wochenende meinen zwei Freunden Mozart und Michael Jackson widmen. Um mir mein Zertifikat über die Sprachkurse ausstellen zu lassen, musste ich noch eine Klausur von meinem letzten Niveau nachholen, da ich damals, als meine beiden Passauer Mitbewohner da war, meine Präsentation nicht gehalten sondern auf Reisen war. So war meine Aufgabe, einen Blogeintrag über meine Portugiesisch- und Kulturkenntnisse zu schreiben, die ich bisher erlangt habe. Darin bin ich ja mittlerweile schon ganz geübt, sodass die Prüfung zum Glück sehr schnell ging. Abends hatten wir Gäste hier, einige, die ich noch nicht kannte und ein paar Freunde. Es gab Cachapa, ein venezuelansiches Gericht, dass einem Pfannekuchen aus Maisteig ähnelt. Das war richtig lecker. Anna und Bianca kamen noch vorbei und haben mich nicht wirklich überreden müssen, mit ihnen auszugehen. Denn Anna hatte Samstag Geburtstag. So haben wir uns in eine sehr coole bar aufgemacht, nachdem wir uns gestärkt hatten. Sie war sehr lässig eingerichtet, mit riesen Retrobildern an der Wand und einem gemütlichen Interiordesing. Um Mitternacht hat die Band auch "Parabens para você" gesungen, das Happy Birhtday auf Portugiesisch. Die Musik war ein Mix aus MPB, Música Popular Brasileira, die ich bisher noch nicht kannte und Samba-Rock. Wir haben Anna schön reingefeiert und sind wirklich spät nach Hause.

Samstag haben wir uns dann zu einem Geburtstagsbrunch bei Anna getroffen, was sehr gemütlich war. Sie war schon ein wenig traurig, denn hier Geburtstag zu feiern, ist doch ein wenig anders und "einsamer". Die Familie ist nicht dabei und du hast nicht so die Stimmung wie man sie zu Hause bekommt. Doch wir haben das Beste für sie draus gemacht mit einer großen Essensauswahl, einem leckeren Kuchen und einen Sekt zum anstoßen. Dann musste ich mich aber auch auf machen und dem Wolfgang und Michael widmen. 

Mein Kurs für Kunstgeschichte ist schon ein Prüfungsmodul in Passau, sodass wenn ich mir den Kurs anrechnen lassen möchte, nie Note zählt und ich eine 10-seitige Hausarbeit hier schreiben muss. In meinem Kurs Comunicacao, Cultura e Sociedade, der das Äquivalent dazu ist, schreiben wir keine Prüfung aber eine etwas größere schriftliche Arbeit von 5 Seiten, so dachte ich mir mache ich daraus einfach die 10. Wir haben eine Biographie über mozart von dem Soziologen Norbert Elias gelesen, die wir mit einer x-beliebigen anderen Biographie vergleichen sollen. Dabei konnten wir uns aussuchen, wen wir wollten - ob auch ein Musiker, Künstler, Politiker, Sportler... Da habe Michael Jackson gewählt. Es ist bestimmt spannende einen Künstler aus heutiger Zeit zu nehmen als aus der gleichen Epoche wie Mozart. Zudem haben die beiden einen faszinierend ähnlichen Lebenslauf - wurden als Wunderkinder von ihren dominanten Vätern gepusht und zu Höchstform angetrieben, starben aber auch genau an dem Ruhm, hatten Probleme in der Gesellschaft und psychisch waren sie sehr labil. So bin ich letzte Woche auf Biographie-Suche gegangen und habe eine ganz interessante, nicht zu lange Biographie über Michael Jackson gefunden und eine Bachelorarbeit aus dem Jahr 2009, die Mozart und Michael Jackson vergleicht. Ich habe mich also die letzten Tage ausführlich dem Leben der beiden großen Musiker gewidmet.

Abends haben wir uns zum Essen wieder bei Anna getroffen und sind wieder ausgegangen, um auch gleich noch aus ihrem Geburtstag raus zu feiern. Wir sind in einen sehr coolen Club gegangen, der ziemoch günstig war und einen Mix aus allen Musikrichtungen gespielt hat: von Elektro, über House, Hip Hop, Sertanejo, MPB, bis zu Samba. Und, an dem Abend war dort eine Festa Junina. So gab es allerlei Süßigkeiten um sonst, tanzende Cowboys auf dem Tresen, Luftballons und Girlanden. Eine sehr ausgelassenen Stimmung und wir haben wieder bis in die frühen Morgenstunden ausgehalten.

 

Dieses Wochenende habe ich auch einen neuen Mitbewohner bekommen. Ein Brasilianer, der aus manaus kommt und seinen Master in Curitiba macht. Tagsüber arbeitet er und abends studiert er. Freitag habe ich ihn das erste Mal kennengelernt und lange mit ihm gesprochen. Er schein sehr nett, ruhig und entspannt zu sein. Bisher habe ich ihn aber noch nicht wieder gesehen, außer beim Einzug am Samstag.

Heute war ich dementsprechend echt müde, habe es aber geschafft, meine 10 Seiten zu schreiben! Auf Deutsch erst Mal, damit ich meine Gedanken klarer strukturieren und ausformulieren konnte. In den nächsten Tagen werde ich es dann auf Portugiesisch übersetzen und Luana schaut netterweise drüber, um die gröbsten Fehler zu korrigieren. Morgen habe ich auch noch eine Präsentation in Kunstgeschichte über Parmigianino, der den Manerismus prägte. Dafür werde ich mich morgen früh noch ein wenig vorbereiten. 

Morgen hat auch der kleine Sebastian Geburtstag und wird 5! Dieses Wochenende hat er von Katty ein Facebook-Account bekommen, was ich nicht glauben konnte und noch krasser, ein Handy!!! Er kann zwar noch nicht schreiben und lesen, aber man kann ja nicht früh genug anfangen... Bei manchen Sitten muss ich einfach nur den Kopf schütteln. Jetzt bin ich mal gespannt, was es dann noch zum Geburtstag gibt.

Dieses Wochenende habe ich auch einen neuen Mitbewohner bekommen (auf dem Foto mit den drei Jungs oben, der rechts neben mir). Ein Brasilianer, der aus Manaus kommt und seinen Master in Curitiba macht. Tagsüber arbeitet er und abends studiert er. Freitag habe ich ihn das erste Mal kennengelernt und lange mit ihm gesprochen. Er schein sehr nett, ruhig und entspannt zu sein. Bisher habe ich ihn aber noch nicht wieder gesehen, außer beim Einzug am Samstag.