Eine WG auf Reisen

08Juni2013

Zwei Wochen, wundervolle, erlebnisreiche und spaßige Wochen gingen gestern Abend viel zu schnell zu Ende. Meine beiden lieben Mitbewohner aus Passau konnten den Wassermassen entkommen und zu mir nach Brasilien "flüchten". Wir haben eine Power-Brasilien-Reise gemacht, damit die beiden so viel wie möglich mitbekommen konnten, von meiner neuen Heimat.

Sonntag morgens kamen sie in Curitiba an und wir hatten tolles Wetter mit Sonnenschein. Nach einem ausführlichen Brunch in einer caotischen und dreckigen Wohnung nach Kattys Geburtstagsfeier am Vorabend, sind wir durch Curitiba gelaufen und ich habe ihnen die Innenstadt - hier haben wir eine Demonstration, die hier sehr selten sind, miterlebt, für Drogen/Grass -, meine Unigebäude und die Altstadt gezeigt. Dort haben wir am Ende auch bei den letzten warmen Strahlen ein brasiliansiches Bier mit Luana getrunken und viel geredet. Abends haben wir uns Caipis gemacht und sind dann mit Bianca und Anna zum Pizza Rodízio gegangen. Die Jungs haben sich viel zu schnell übergessen, so wie das jeder am Anfang macht, und waren bei den süßen Pizzen mehr als sprachlos. Ein Erlebnis für sie, was so schnell nicht aus dem Kopf geht. Nach einem Gute Nacht Caipi zu Hause sind wir früh ins Bett gegangen, doch die Schlafsituation war auch sehr caotisch. Da Kattys und Camilos (ihr Exfreund) Familie hier für unbestimmte Zeit wohnen, ist Luanan netterweise zu den Mädels gegangen und die Jungs konnten in ihrem Zimmer schlafen.

 

RIO DE JANEIRO

Am nächstem Morgen ging es auch schon direkt los: Rio!!! Unser erstes Ziel die Stadt, die jeder mal sehen möchte. Und es lohnt sich! Wir hatten ein unglaublich süßes Hostel, direkt in Ipanema gelegen, in einer super Gegend, drei Blöcke vom Strand entfernt mit einer tollen Atmosphäre. Wir hatten ein Zimmer zu dritt und es gab leckeres Frühstück, eine entspannte Lounge-Ärea und einen Pool in einem kleinen Innenhof. Am ersten Tag sind wir direkt an den Strand von Ipanema gegangen, auch bei Wolken, und haben unsere Füße von Meerwasser abkühlen lassen. Es war sehr ruhig am Strand, da Montag war, nur am Schwulen-Abschnitt tümmelten sich die Menschen. Wir sind mit einem kühlen Bier in der Hand den Strand ertlang gelaufen bis zum Ende und sind dort auf einen Felsenvorsprung geklettert und haben die Aussicht genossen. Abends sind wir auf eine Bootsparty gegangen. Die Party wurde von mehreren Hostels organisiert und sollte um 22 Uhr anfangen. Wir kamen gerade rechtzeitig, doch stellte sich heraus, dass es erst um 23 Uhr losgeht. So mussten wir unnötig warten aber bekamen netterweise jeder einen Caipi geschenkt. Die Party war verrückt. Nicht vergleichbar mit unseren Bootsparties in Passau. Zunächst gab es für Mädchen bis Mitternacht Getränke um sonst und für Jungs zwei zum Preis von einem und danach mixten sich die Leute untereinander, Musik laut aufgedreht legten wir ab und hatten immer die unglaubliche Skyline von Rio vor Augen und die beleuchtete Christusstatue.

Am nächsten Tag schien endlich die Sonne! Wir haben uns direkt wieder zum Strand begeben und dort den wenigen Schlaf der Vornacht nachgeholt, eine Kokosnuss getrunken, uns das bunte Treiben der Cariocas angeschaut und eine Abkühlung im Meer geholt. Ein sehr entspannter (Vor)Mittag. Als es sich dann ein wenig zugezogen hat, sind wir ins Zentrum gefahren und haben einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Einige alte, schöne Gebäude und viele Menschen. Die Offenheit und Hilfsbreitschaft haben wir auch sofort zu spüren bekommen. Eine Studentin hat uns gefragt, ob wir Hilfe bräuchten, als wir etwas in unserem Resieführer geblättert haben. Zur Rush-hour waren wir so erdrückt von den Menschen, dass wir uns auf den Hauptplatz gesetzt haben und die Vorbereitung der Prämiere von Hangover 3 miterlebt haben. An dem Abend waren all die Stars in Rio und wir sind auf unserem Rückweg noch am Copacabana Palace, dem teuersten Hotel, vorbeigefahren worden. Den Abend haben wir erschöpft und gemütlich im Hostel verbracht.

Der dritte Riotag war unser Touri-Tag. Morgens haben wir eine Favela-Tour gemacht, kurz bevor der 24-jährige deutsche Tourist in der selben Favela angeschossen wurde. Wir haben uns aber sehr sicher gefühlt und uns ist nichts passiert. Die Tour ging durch die größte, bekannteste Favela in Rio - Rocinha - mit einem erfahrenen Guide. Wir haben oben angefangen und hatten zunächst eine Sicht auf die ganze Favela, sehr bedrückend und erschreckend. Wir sind in ein Künstlerprojekt gegangen, wo Künstler mit Kindern aus der Favela Bilder malen und ihnen zeigen, wie man malt. Danach haben wir in der Straße 1 - die eher eine kleine, schmuddelige Gasse ist - eine Samba Einlage gezeigt bekommen, Süßigkeiten von einem Ehepaar angeoten bekommen, selbstgemachten Schmuck gesehen und eine Kindertagesstätte, die durch ein Voluntär-Projekt entstanden ist, besucht. An manchen Stellen hat der Guide uns gesagt, dass wir keine Fotos machen dürfen da dort Drogenbosse sitzen und die keine Bilder tolerieren (wie man bei dem 24 Jährigen vermutlich sehen kann) und uns Einschüsse in Häusern gezeigt. Uns hat ein ständiger Gestank, Abfallhaufen und Abwasserrinnsal begleitet. Auf der anderen Seite sah man aber auch viele Sky HDTV Schalen...

Nachmittags haben wir mit einem sehr erfahrenen, interessanten Guide und zwei englischen Soldaten, die sehr lustig waren und sich mit einem Lateinamerika-Trip von einem Afgahnistan-Einsatz erholten, eine Tour durch die Stadt zu den Highlights gemacht. Unsere erste Station war die Christusstatue. Von dem 710 Meter hohem Corcovado hat man eine unglaubliche Aussicht auf die ganze Stadt. Die Geographie der von Häusern überwucherten Stadt erkennt man dort erst richtig, mit den vielen Hügeln, Bergen und den Küsten. Doch vor der riesigen, 38 Meter mit Sockel, Statue zu stehen ist auch ein Erlebnis. Von jedem Flecken der Stadt sieht man ja den Christus, aber dann vor dem Riesen zu stehen, der 1931 vom brasilianischen Bauingenieur Heitor da Silva Costa fertiggestellt wurde, ist doch beieindruckend. Von dort sind wir durch die kleinen, bunten, süßen Gassen von Santa Teresa nach unten gefahren. Hier ist jedes Gebäude anders, überall sieht mal Grafitti von professionellen Strayern die das Viertel noch bunter und lebendiger erscheinen lassen. In Lapa angekommen, am Fuße des Berges, Santa Teresa und Seite an Seite mit dem Zentrum, haben wir einen Stop bei der berühmten Escadaria Selarón - der Mosaik Treppe - gemacht. Auf Bildern finde ich, sieht sie schon besonders aus, aber in Live und in Farbe ist sie mehr als beeindruckend. Entstanden ist sie, da der Maler Selarón keine Bilder verkaufte und Aufmerksamkeit auf seine Kunst bekommen wollte. So hat er mit Mosaiken aus aller Welt die Treppe angefangen zu verschönern und mit jedem verkauften Gemälde neue Mosaike dazu gekauft. Dass, was zunächst nur reine "Werbung" sein sollte, wurde am Ende zu seinem Lebenswerk. Besucher aus aller Welt haben ihm immer neue Mosaike aus ihren Ländern und Städten mitgebracht, die er mit eingebaut hat. Die Geschichte, die man sich über ihn erzählt, handelt von einem sehr traurigen Leben. Auf fast all seinen Bildern sieht man eine schwarze schwangere Frau, im Hintergrund Flammen oder den Tod. Angeblich soll seine schwangere Frau verbrannt worden sein, was er nie verkraftete und sich so dieses Jahr am 10 Januar im Alter von 65 selbst das Leben nahm, indem er sich verbrannte... Zu guter Letzt sind wir auf den Zuckerhut gefahren, es dämmerte schon. Doch genau das war unser Glück. Oben angekommen sahen wir auf das beleuchtete Rio, was so viel spektakulärer aussah, als bei Tageslicht. Von hier hat man noch mal eine ander Sicht auf die Stadt, als vom Corvocado. Eine sehr coole Stimmung strahlt Rio so aus und wirkt noch lebendiger und anziehender, als sonst. Wir hätten ewig da oben bleiben können. Zurück beim Hostel sind wir sehr lecker um die Ecke essen gegangen und sind danach nach Lapa, dem Party-Viertel, gefahren. Luana hatte uns einen Tip für einen Club gegeben, aber wir haben uns dagegen entscheiden, da dort Samba gespielt wurde, und wir lieber in Curitiba mit ihr in einen Samba-Club gehen wollten, damit sie uns ein wenig die Tanzschritte zeigen kann. Das war vielleicht ein kleiner Fehler, denn wie wir am nächsten Tag herausfanden, feierte an dem Abend der Hangover Cast dort. Aber wir hatten auch so eine sehr lustige Nacht in einem großen Club bei Pagode-Musik, mit Live-Bands, was die Jungs sehr beeindruckt hat, und vielen brasiliansichen Bekanntschaften.

Den Donnerstag haben wir am Copacabana-Strand verbracht. Da auch hier Feiertag war, waren die Straßen voll von Sporttreibenden und Familienausflügen. Es wurden sogar die großen Straßen am Strand gesperrt, damit die Leute hier entlang gehen,laufen,fahren konnten. Am Strand tummelten sich die Leute und es war angenehm warm. Wir haben uns ein ruhiges Plätzchen gesucht und die letzten Momente in Rio genossen. Wir haben unglaublich viel erlebt und mitgenommen. Wir waren alle sehr positiv von der Stadt überrascht, besonders ich, da ich mit sehr gemischten Gefühlen nach den letztlich sich häufenden Negativschlagzeilen nach Rio geflogen bin. Doch wir haben uns sehr sicher gefühlt und die unglaubliche Lebensfreude, Hilfsbreitschaft und tollen Lebensstil genossen. Nachmittags hieß es dann wieder packen und ab zum Flughafen zu unserem nächsten Ziel, das Pantanal.

 

PANTANAL

Donnerstag Nacht sind wir in Cuiabá gelandet und wurden von einem Mitarbeiter von Pantanal Nature, unserem Tour-Anbieter, abgeholt und in unser Hostel gebracht. Das war eine sehr urige Pousada, die einfach aber gemütlich und persönlich war. Es gab einen kleinen Innenhof mit Hängematten, kleinem Garten in dem ökologisches Obst und Gemüse angebaut wurde, einen alten Schallplattenspieler, viele Bücher und Tiere die sich überall frei bewegten. Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück mit einem Fahrer etwa 4 Stunden zu der Lodge ins Landesinnere des Pantanal gefahren. Das Pantanal liegt im mittleren Südwesten Brasiliens und reicht bis nach Paraguay und Bolivien. Es ist eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete und ist 230.000 km² groß (155.000 km² liegen etwa in Brasilien). 

Auf unserem Weg über die berühmte Transpantaneira haben wir schon unsere ersten wilden Tiere gesehen- riesen Alligatore und Vögel! Wir kamen pünktlich zum Mittagessen in der Lodge an, die leider nicht ganz so gemütlich war, wie die im Amazonas, denn die Lodge gehörte nicht unserem Tour-Anbieter, sondern wurde von mehreren gebucht. Wir hatten aber ein schönes Dreierzimmer, mit Hängematten vor der Tür, einem Pool und viel Land um uns herum. Wir lernten unseren Tourguide, Flavio kennen. Er kommt ursprünglich aus dem Amazonas und ist seit ca 12 Jahren im Pantanal. In unserer Gruppe war ein Inder, der an der Uni in Boston lehrt, für einen Tag und ein Päärchen aus Deutschland. Am Nachmittag ging es auch gleich los - auf einem Pferderücken! Wir sind auf Pferden durch das Gebiet um die Lodge herum geritten und haben den ersten Eindruck von schöner Flora und Fauna bekommen. Unsere ersten Capybaras haben wir gesehen, ansonsten leider nicht viel an Tieren. Der Ausritt war sehr entspannt und recht lusitg, da die Pferde teilweise gemacht haben, was sie wollten. Nach dem Abendessen sind wir auf eine Nachtsafari gegangen, mit einem großen offenen Auto. Auch hier war die Tierbeute etwas erniedrigend. Eine Schlange haben wir gesehen, das wars. Etwas enttäuscht vom ersten Tag haben wir uns noch ein Bier in der Hängematte gegönnt und sind dann schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen haben wir eine Bootstour gemacht. Wir haben unzählige Vögel gesehen, einen Leguan, Capybaras und wieder bei der Lodge den "Hauseigenen" Kaiman. Flavio hat ihn mit Piranhas auf dem Wasser gelockt, damit wir uns den etwa 15 Jährigen Kaiman anschauen konnten. Nachmittags haben wir eine Wanderung durch das Waldgebiet um die Lodge gemacht, es war unfassbar heiß! Als allererstes haben wir das seltenste Tier im Pantanal gesehen: eine Schildkröte! An ihrem Panzer sahen wir Spuren vom Jaguar, der wohl versucht hat, die Schildkröte zu essen, aber sie ist das einzige Tier, was der Jaguar nicht töten kann. Weiter im Waldesinneren, habe ich einen kleinen Affen entdeckt und auf unserem Rückweg haben wir frische Spuren von einem Jaguar und einem Puma gefunden. Das war sehr spanned! Leider blieb uns der Jaguar aber die ganze Zeit von der Linse fern. Kurz nachdem wir angekommen sind, hat es geschüttet wie verrückt. Wir haben auf unserem Rückweg schon die dicken schwarzen Wolken gesehen aber sind trocken angekommen. 

An unserem letzten Tag im Pantanal sind wir um 5 Uhr mit Kayaks aufgebrochen um den Sonnenaufgang anzusehen. Die Jungs mussten paddeln, ich durfte entspannt dazwischen sitzen. Wir sind zu einem schönen Spot gepaddelt und haben dort auf die Sonne gewartet, die wir wundervoll aufgehen sehen konnten. Der Rückweg war ein wenig anstrengender zu rudern, denn es ging Flussaufwärts. Nach dem Frühstück haben wir noch mal eine Bootstour gemacht, diesmal in die andere Richtung und haben wieder außer Vögeln, einem Leguan und dem Kroko (welches natürlich ein Kaiman ist) nichts neues gesehen. Nach dem Mittagessen sollten wir eigentlich zurück nach Cuiabá fahren, aber Flavio fragte beim Mittagessen, ob wir drei noch bis 22 Uhr bleiben wollten, denn dann würde noch ein Bus fahren, in dem mehr Platz für uns wäre. Da sagten wir natürlich ja, denn unser Flug ging erst um 6 Uhr früh, sodass wir in Cuiabá auch nicht mehr viel gemacht hätten. So haben wir drei mit ihm nachmittags noch Mal eine Wanderung gemacht, die einen tollen Abschluss gegeben hat. Wir haben endlich einige Tiere gesehen! Zuerst lief uns eine Horde von Capybaras über den Weg, die schnell die Flucht ergriffen haben, als sie uns sahen. Dann haben wir einen Specht zunächst gehört, und dann mit den Augen gefunden. Affen sind uns auch immer wieder begegnet, genauso wie Skelette von Kühen, Kaimanen oder Pferden. (Die wurden entweder von einer Schlange oder einem Jaguar getötet). Auf unserem Rückweg wären wir fast über eine Schlange gestolpert und als die Dämmerung einsetzte, kam ein Fuchs genau auf uns zu. Fast noch beeindruckender war das Schauspiel am Himmel. Den gesamten Horizont, bis zu unseren Seiten hat es ununterbrichen geblitzt. Flavio meinte gerade aus würde Sao Paulo gerade im Wasser versinken. Das war ein Spektakel. Beim Abendessen hat es dann so zu regnen angefangen, dass wir auf eine ruhige Fahrt nach Cuiabá hofften. Denn der Weg besteht nur aus Sand und Steinen. Es wurde auch eine ziemliche Rutschpartie, aber unser Fahrer hatte alles wunderbar im Griff, dass wir ohne größere Probleme um 1 Uhr am Flughafen ankamen. Völlig erschöpft versuchten wir die Zeit bis zu unserem Flug mit Schlafen zu verbringen, was nicht so sehr gelang.

Bei unserem Zwischenstop in Brasília sahen wir die furchtbaren Bilder aus Passau und bekamen gleich ein Live-Update von zwei Freunden aus Passau, Timm und Brian, via Skype. Unfassbar, dieses Hochwasser! Waren die Jungs aber froh, im schönen Brasilien zu sein!! Völlig erschöpft kamen wir in Curitiba an und Luana hatte uns schon netterweise ein Mittagessen bereitet. So haben wir zusammen gegessen, dann bin ich kurz in die Uni zu einem Kurs gegangen, die Jungs und Luana einen Kaffee trinken und ein Eis essen und danach hieß es wieder packen für Foz do Iguacu. Eigentlich wollte ich zunächst nicht mitkommen, da ich dort schon war und in die Uni gehen wollte, aber dann konnte ich meine Jungs doch nicht alleine fahren lassen und bin mitgekommen. Wenn sie schon den weiten Weg auf sich nehmen, um mich zu Besuchen, wollte ich doch so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen.

FOZ DO IGUACU

Nach Foz haben wir den Nachtbus genommen. So haben die Jungs auch dieses brasiliansiche Erlebnis mitbekommen und waren positiv von dem Komfort überrascht! Früh morgens um 7 Uhr sind wir Dienstag angekommen und direkt ins Hostel gefahren. Dort haben wir gefrühstückt, uns umgezogen und sind zuerst zum Itaipu Staudamm gefahren, da einer der beiden Chris Ingenieur ist, und das unbedingt sehen wollte. Leider haben wir zeitlich die ausführliche Tour über die Technik des Staudamms nicht geschafft, sodass wir nur die Panorama Tour in einem Bus gemacht haben. Dort wurde auch ein wenig über den Staudamm, den Bau und die Energiegewinnung erzäht. Von dort sind wir direkt auf die brasilianische Nationalpark-Seite gefahren und haben uns die tolle Panoramalandschaft der Wasserfälle angeschaut. Ich war wieder genauso begeistert, wie beim letzten Mal. Mit vielen Fotostopps und der Verwunderung über ein Fotoshooting, haben wir den letzten Bus zurück genommen. Im Hostel haben wir gleich Bekanntschaften bei einem Caipirinha gemacht. Mit zwei Brasilianern sind wir dann auch Abendessen gegangen und hatten einen unglaublich lustigen Abend. Die beiden sind mit dem Auto aus Sao Paulo gekommen, der eine konnte kein Englisch aber trotzdem haben sich alle verstanden...

Am nächsten Tag sind wir auf die argentinische Seite gefahren. Dies haben wir wieder über das Hostel organisiert, da so die Grenzüberschreitung einfacher und der gesamte Ausflug billiger ist. Zunächst war es noch sehr nebelig, doch gegen Mittag wurde es wieder sonnig. Hier sind wir die beiden Wege, den Circuito Superior und Inferior, gegangen und haben die Wasserfälle teilweise aus der Nähe, teilweise aus der Ferne gesehen. Die beiden Jungs sind dann mit dem Boot in die Wasserfälle gefahren (da ich es das letzte Mal gemacht habe, habe ich mir das erspart) und hatten irre Spaß. Nach einer Mittagspause sind wir zur Garganta del Diablo gegangen und der Anblick ist und bleibt einfach unbeschreiblich und nicht auf Fotos festzuhalten. Dieses Schauspiel könnte man sich ewig anschauen. Wieder im Hostel haben wir noch ein paar Postkarten geschrieben, etwas gegessen und haben wieder den Nachtbus nach Curitiba genommen. Dieser war leider etwas älter und unbequemer, sodass wir alle wenig schlaf hatten. (Mehr Fotos von Foz findet ihr in einem meiner ersten Beiträge, als ich mit Hanna im März dort war)

Zurück in Curitiba wollten wir eigentlich nur schlafen, aber sogar meine Matratze hatte Katty für ihren ganzen Familienbesuch benutzt, während wir in Foz waren. So kauften wir Frühstück und brunchten neben einem schlafenden Yoscar. Da die Sonne so schön schien, sind wir in den Jardim Botânico gegangen und haben uns auf die Wiese gelegt und entspannt. In der Sonne war das wirklich herrlich. Abends sind wir mit Tess und Luana zu einem Fleisch Rodízio gegangen. Das war etwas, was auch ich noch nicht kannte. Das Buffet wurde mit allem möglichen gesprengt: Salat, Nudeln, Reis, Risotto, Sushi, Nachtischen und dann kam ständig einer mit den verscheidensten Fleischarten und -zubereitungen an den Tisch und man wählte, was man wollte. Eine unglaubliche Völlerei. Nachts sind wir dann noch in einen Samba-Club gegangen, wo Alex noch mitkam. Wir waren völlig überfordert bei den schnellen Tanzschritten aber hatten unseren Spaß. Die Musik war auch abwechslungsreich (alles aber brasiliansiche Stile) und das Highlight war, dass Rafinha, der Fußballspieler von Bayern, auch dort war. Er kommt ursprünglich aus Curitiba. Als einer der letzten verließen wir den Club und hatten das Schlafproblem, mit zwei kleinen Matratzen zu viert. Also musste gekuschelt werden...

Und dann war auch schon Freitag und die beiden Chris mussten wieder fliegen. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Nach einem späten Brunch wurde nur noch gepackt und dann mussten wir auch schon zum Flughafen. Leider. Es waren zwei unglaublich schöne, erlebnisreiche und harmonische Wochen; als wären wir nie "getrennt" gewesen. Leider hat auch Luana mich gestern hier verlassen, da sie umgezogen ist, sodass ich jetzt von einer Horde Venezuelanern umgeben bin. Aber bei meinem Schlafmangel stört mich das erst mal nicht...