Glückstreffer

13März2013

Vor zwei Tagen ist Alex netterweise mit mir in die Stadt gegangen um mich in der Uni einzuschreiben und einen CPF zu beantragen. Ein CPF ist die brasilianische Steuernummer, die jeder hier braucht um Mietverträge, andere Verträge wie Handyverträge, Ratenkäufe, ein Bankkonto zu eröffnen etc braucht. Dazu mussten wir zunächst zur Post gehen um dort den Antrag auszufüllen mit dem man dann zum Haushaltsministerium geht um den CPF ausgehändigt zu bekommen. Wir mussten natürlich eine Nummer ziehen und warten, bis wir an der Reihe waren. Alle Stühle waren voll und von den 20 Schaltern waren 5 besetzt wovon wiederum einer der Angestellten mit dem Handy spielte oder redete. Typisch brasilianisch- wir mussten eine Ewigkeit warten. Hier in Brasilien gibt es immer eine Stuhlgruppe/Reihe für alte Menschen, Schwangere und Behinderte und da wir sonst keinen Platz bekommen haben, es aber auch nicht expliziet an den Stühlen stand, für wen die gedacht sind, haben wir uns dahin gesetzt und irgendwann kam ein Mann und hat extra einen neuen Schalter für einen anderen älteren Herrn und uns geöffnet. So hatten wir Glück und waren nach einer Stunde mit dem Antrag in der Hand durch die Tür. Für alle administrativen Angelegenheiten werde immer die kompletten Namen der Eltern benötigt, wahrscheinlich weil hier so viele Leute gleiche Namen und vorallem Nachnamen haben, sodass ich ein Dokument mit den Namen meiner Eltern mitbringen musste, ohne das einem nichts ausgestellt wird. Einige der anderen Deutschen hier haben z.B. den zweit- oder dritt-Namen der Mutter/des Vaters vergessen beim Konsulat anzugeben und bekommen hier ihr Visum nicht bestätigt, da ihnen nicht geglaubt wird, dass es ihre Eltern sind....

Um 14 Uhr sind wir dann weiter zu meiner Uni gelaufen um mit der Beauftragten der Austauschstudenten (Elisa) zu reden, wann und wie ich mich einschreiben kann, wie ich meinen Stundenplan zusammenstelle und den Protugiesischkurs für Ausländer beginnen kann. Sie ist sehr freundlich und zuvorkommend und hat mir direkt alles organisiert. Einschreiben kann ich mich erst ab nächster Woche, da gerade noch die letzte Vorlesungswoche hier stattfindet, und brauche auch dafür das CPF. Danach hat sie mir den Stundenplan meines Kurses, ciencias sociais, ausgedruckt und gesagt, dass ich aber jeden beliebigen Kurs dazu wählen kann, so wie es mein Plan ist: eine Vorlesung in Literaturwissenschaften und eine in Kunstgeschichte. Morgen habe ich einen Termin mit meiner Beauftragten und werde den Stundenplan mit ihr zusammenstellen, ich hoffe das klappt alles auch so gut. Am Ende ist Elisa dann noch mit uns zum CELIN, dem Sprachenzentrum, gegangen und hat mich dort der Beauftragten vorgestellt mit der ich dann ein wenig gequatscht habe um zu sehen, welches Niveau ich bin. Sie hat mich ein wenig gefragt, wo ich herkomme und seit wann ich Portugiesisch lerne und als ich ihr erzählt habe, dass ich in Passau studiere war sie ganz begeistert, da sie meine Portugiesischlehrerin kennt und wusste, dass sie auch unser Lehrbuch geschrieben hat. Klein ist die Welt... Wir bekommen 4 Monate, 5 Tage die Woche a drei Stunden umsonst den Kurs mit Materialien angeboten was unglaublich toll ist um optimal in die Sprache zu kommen. Gestern hatte ich dann meine erste Stunden.

Auf dem Rückweg sind wir dann am Haushaltsministerum vorbeigekommen und durften uns auch da wieder ein Märkchen ziehen und dort hat es wirklich Ewigkeiten gedauert, doch als wir dann endlich dran waren hat er mir den CPF sofort ausgedruckt und jetzt bin ich eine "stolze" Besitzerin dieser Papierkarte.

Gestern Morgen habe ich mir die erste Wohnung hier angeschaut, die sehr weit weg liegt und ich somit jeden Tag mit dem Bus oder Taxi fahren müsste und zudem sollte die für nur ein Bett und Schrank, allerdings mit eigenem Bad, etwa 400 Euro kosten. Da habe ich schon etwas geschluckt, doch hatte mal einen guten Anhaltspunkt für die weiteren Besichtigungen.

Um 14 Uhr hat dann mein Portugiesischkurs begonnen. Wir sind etwa 12 Schüler, die Hälfte davon Asiaten, eine Amerikanerin, 3 Franzosen, ein Türke, ein Kanadier, ein Norwege und ich. Recht bunt gemischt von Austauschstudenten bis hin zu Erwachsenen, die nur Portugiesisch lernen wollen. Ich bin im Pre-Intermediado, also Vorstufe vom mittleren Niveau und komme absolut gut mit. Gestern haben wir auch nichts Neues für mich gemacht. Man hat anscheinend zwei Lehrer und die gestrige war sehr nett und hat gut verständlich gesprochen. Der Kurs geht bis 17 Uhr, mit einer Pause von 20-30 Minuten in between plus Hausaufgaben. Da werde ich also einiges lernen können!

Abends hatte ich dann noch eine Wohnungsbesichtigung und war erst Mal ein wenig überrumpelt, da ich die mit zwei Französinnen hatte, die schon seit einem halben Jahr hier in Curitiba sind. Doch dann hat sich rausgestellt, dass es 3 Zimmer zu vergeben gibt und die Besitzerin und potentielle Mitbewohnerin hat uns durch eine unglaublich große Wohnung geführt. Zuerst kommt man in ein riesen Wohnzimmer, was etwas trist eingerichtet ist, über eine große Küche, Waschküche, 3 Badezimmer zu den Zimmern. Insgesamt gibt es 5 Zimmer, 3 werden jetzt frei. Ein Zimmer ist eher eine kleine Kammer als ein Zimmer mit Bett und Schrank direkt aneinander und die beiden anderen sind sehr gerumig doch nur eins hat einen Schreibtisch noch dazu. Den brauche ich ja auch!! Nach der Besichtigung haben wir uns dann noch kurz zusammen gesetzt und viel mitreden konnte ich erst Mal nicht, da sich die anderen über Städte und Plätze und Straßen hier unterhalten haben, die ich noch nicht kenne. Recht bald mussten die beiden Französinnen gehen und ich wollte eigentlich auch los um den Hausschlüssel für die Wohnung noch zu bekommen, da die Mädels Uni hatten, doc bin noch kurz alleine geblieben um ihr zu sagen, dass ich wenn das große Zimmer mit dem Schreibtisch gerne hätte. Und siehe da, sie war sofort begeistert, wir sind noch Mal ins Zimmer gegangen und haben uns verquatscht und da die beiden Französinnen auch unbedingt zusammen wohnen wollen aber noch andere Wohnungen anschauen hat sie mir sofort zugesagt, da es bei mir sicher war! Unfassbar, direkt etwas gefunden, was mir gefällt, eine top Lage hat (auch direkt gegenüber von den Mädels wo ich jetzt wohne), im Zentrum, groß und mit bisher netten Leutenist! Sonst kann man wohl auch bis zu einen Monat nicht fündig werden, was absolut normal ist... Dann kam noch ihr Freund und wir haben zusammen Kaffe getrunken, Sandwiches gegessen und mit zwei anderen Mitbewohnern, die jetzt aber beide ausziehen, gequatscht. Am Ende war ich bis 21 Uhr bei ihnen und wir haben uns non stop unterhalten. Die beiden haben mich dann noch zu "meiner" jetzigen Wohnung begleitet und nächsten Donnerstag kann ich einziehen!! Optimal!!