Hühnerhaufen

25Aug2013

Nach dem Regen komme ich in einem wundervollen Strandort, suedlich von Recife an. Porto de Galinhas (Hühnerhafen). Frueher war hier der Haupthafen fuer den Sklavenhandel im 17 Jahrhundert und da die Sklaven wie Huehner in Kaefigen gehalten wurden, wurde die Stadt von "porto rico" in "porto de galinhas" umgenannt. Ueberall stehen Huehner, bunt angemahlt, in verschiedenen Posen, herum. Sehr amuesant. Ich bin in ein International Hostel eingecheckt und wurde gleich gefragt, ob ich nicht am naechsten Tag Tauchen gehen moechte. Also so richtig, nicht Schnorcheln, sondern mit Gasflasche und 6 Meter tief. Ich habe zunaechst abgelehnt, da ich wirklich Respekt und Angst davor habe, aber spaeter dann doch den Trip gebucht. Ein Mal muss ich es dann doch ausprobieren und am naechsten Tag sollten die Meerkonditionen am Besten sein. Niedrigster Wasserspiegel und somit top Bedingungen. Ich bin also abends nur noch Essen gegangen und habe mit meiner Zimmerkompanin bekanntschaft gemacht. Eine aeltere Frau, ich wuerde sie auf Ende 60 schaetzen, aus Rio. Die Nacht konnte ich nicht schlafen. Gar nicht. Abwechselnd fand ein Raucherhustkonzert und Schnarchkonzert in so einer Lautstaerke statt, dass selbst meine unendlich grosse Muedeigkeit nicht dagegen ankam und ich wach blieb. Ich hatte sogar ueberlegt in der Haengematte vor dem Haus zu schlafen.

Morgens bin ich wieder durch meine "Mitbewohnerin" an den Morgen erinnert worden, was eigentlich nicht noetig war. Ich habe mich fuer meinen Tauchtrip fertig gemacht und mit einem jungen Mann aus Belo Horizonte auf dem Weg zur Tauchcompanie gemacht. Dort haben wir ein Paaerchen getroffen und eine Einfuehrung in die Benutzung der Gasflasche und Masken bekommen, bevor wir mit einem Holzbooetchen zur Tauchstation vor einem Riff gefahren sind. Da sind wir in zweier Gruppen mit einem Guide, der Fotos von uns gemacht hat und uns begleitet hat, ins Wasser gegangen um uns zunaechst an die Masken zu gewoehnen. Mein Kompane, schwul, war bei uns das Maedchen hatte ich das Gefuehl. Ich hatte tierische Angst vor dem Trip und habe staendig gefragt, ob es auch wirklich sicher ist und keine Haie vor Ort sind. Doch am Ende hat er die Panik bekommen, zu schnell geatmet und dadurch Wasser in den Mund bekommen hat, dass er am ganzen Koerper zitterte und aus dem Wasser raus musste. Ich war hingegen anz gelassen. So hatte ich als eine Privatseccion. Sehr entspannt. Wir waren ca 40 Minuten unter Wasser, in Fischschwaermen und schoenen Unterwasserpfanzen und Riffen unterwegs, haben viele Fotos gemacht, aber waren nicht so gluecklich wie das Paar, dass eine Schilkroete entdeckt hat! So war das ein tolles Erlebnis, aber wahrscheinlich bleibt es bei dem einen Mal. Den Respekt habe ich immer noch. Danach habe ich mir mit meinem Kompanen die natuerlichen Becken angeschaut, die in den Korallenriffen, die ueber Wasser durch die Ebbe lagen, waren. Traumhaft schoen, blau-gruen glitzerndes Wasser und unendlich warmes Wasser. Danach habe ich mich an den Strand gelegt. Nachmittags habe ich dann die CD mit den Fotos abgeholt und bin ein wenig durch das Oertchen geschlendert. Als ich ins Hostel gekommen bin, wurde hier schon in einer netten Runde der erste Drink genommen und der Ausflug fuer den naechsten Tag gebucht.

Morgens bin ich mit meinem Schnorchelfreund und meiner Zimmernachbarin zu einem Ausflug zu einem wundervollen Strand, Praia de Carneiros, gefahren. Zunaechst ging es in einem Van ca eine Stunde Richtung Sueden, dort sind wir in einen Katamaran eingestiegen, mit Saenger und Fotograf! Unser erster Halt war an einem Strand, wo wir ein Heilerdebad nehmen konnten. Danach sahen wir angeblich alle 10 Jahre juenger aus; wie jung ich ausgesehen haben muss (11) !!!! Danach sind wir zu einer Sandbank gefahren und zum Schluss zu einem Korallenriff mit natuerlichen Becken, in deren warmen Wasser wir schwimmen waren. Mittags sind wir wieder am Strand angekommen und haben zu mittag gegessen. Auf unserer Rueckfahrt ist nach ungefaehr 10 Minuten die Gangschaltung kaputt gegangen. Wir sind nur noch nach hinten gerollt, den leichten Berg abwaerts. Es gab natuerlich kein Handysignal. So warteten wir auf die anderen Gruppen und fuellten deren Vans auf. So kamen wir alle doch recht schnell zurueck nach Porto de galinhas. Hier haben wir die Fotos des Fotografen angeschaut und wieder in einer grossen Runde zusammen gesessen. Abends kamen zwei Portugiesinnen noch im Hostel an und waren auch in unserem Zimmer untergebracht. Die beiden waren auch fuer ein halbes Jahr zum Auslandssemester im Sueden Brasiliens.

Am naechsten morgen waren die beiden Portugiesinnen richtig entnervt, da sie nicht schlafen konnten bei der Schnercherei und Husterei. Wir sind zusammen nach dem Fruehstueck an den Strand gegangen und haben uns die natuerlichen Wasserbecken angeschaut, das Becken, was den Umriss von Brasilien hat, haben Fische gefuettert und waren schwimmen. Als wir Mittags ins Hostel zurueck kamen, stand unsere Omi-Mitbewohnerin mit gepacktem Koffer im Eingang. Sie hat entschlossen, mit dem schwulen Kompanen, jetzt schon und nicht erst am Montag nach Recife zu fahren. Uns dreien ist so ein riesen Stein vom Herzen gefallen und wir freuten uns schon auf eine Nacht voller Schlaf. Nachmittags haben wir eine Buggy-Tour zu den verschiedenen Straenden der Kueste gemacht. Der erste war der schoenste und breiteste. Danach sind wir zu einem gefahren, der in den letzte 8 Jahren unzaehlige Luxushotels bekommen hat, und ein Riff hat, was man immer sieht. Uns hat es nicht so gut da gefallen, da durch die Hotels wenig Strand uebrig gebliebenist. Zum Schluss sind wir auf die andere Seite von Porto de Galinhas gefahren und kamen in einen Regenschauer. Dort waren die perfekten Surfwellen und man kann mit einem Holzboetchen in den Fluss an der Spitze des Strandes fahren und die Seepferdchen, fuer die Porto de Galinhas beruehmt ist, sehen (die ein Taucher in einem Glass mit Wasser faengt). Das war uns aber zu teuer und haben entschlossen, in das Projekt morgen zu gehen, wo man viele verschiedene Arten sehen soll. Abends sind wir nur noch essen gegangen.

Freitag morgen wollte ich auf einen Ausflug fahren. Doch da dort in der Naehe am Tag zuvor wieder Proteste waren, haben wenige Leute den Trip gebucht und wir sind nicht gehfaren. So bin ich an der Strand bei herrlichem Wetter gegangen und habe den Vormittag dort verbracht. Nachmittags bin ich mit den beiden Portugiesinnen zum Seepferdchen Projekt gegangen. Auch das war eher enttaeuschend. In kleinen Aquarien, eins am naechsten gereit, waren in etwa der Haelfte der Becken Fische. In der anderen die Seepferdchen. Es wurde nichts erklaert, gab keine weiteren Infos. So brauchten wir nicht mehr als 15 Minuten, die Seepferdchen waren aber schoen zu sehen; in verschiedenen Groessen und damit Altern. Danach sind wir die "Einkaufsmeile" hoch und runter gegangen und danach haben wir uns in die Haengematten im Hostel gelegt und relaxt.

Am naechsten Tag hat dann der Ausflug nach Cabo de Santo Agostinho geklappt. Wir waren zu fuenft und sind zunaechst zu einem Heilerdebad gefahren (diese Woche bin ich also schon um so einige Jahre verjuengt). Dort konnten wir richtig in die Erde reingehen, uns reinlegen. Nur mein weisser Bikini war danach nicht mehr weiss. Von dort aus sind wir zu zwei Aussichtspunkten gefahren und haben einmal Boa Viagem, ein Stadtteil von Recife, und einmal eine Hafen gesehen. Nicht unbedingt sehenswert. Bei einer einfachen Kirche haben wir halt gemacht und wahnsinnig leckeren Cachaça mit Fruchtgeschmack probiert (und gekauft). Zum Schluss sind wir an einen traumhaften Strand, Calietas, gefahren. Der ist wie ein Herz geformt. Dort haben wir den Rest des Mittags verbracht, uns lange unterhalten. gebadet, und die Zeit wie im FLuge vergehen lassen. Puenktlich zum Regen sind wir gefahren. Zurueck im Hostel habe ich gewaschen, gepackt und ein paar Mitbringsel gekauft. Abends bin ich noch schoen esse gegangen am Strand.

Heute morgen fahre ich recht frueh weiter. Zunaechst mit dem Bus nach Recife, dann einen weiteren, einen weiteren, einen weiteren in Richtung Norden...