Ostern in Floripa

02April2013

Nachdem ich erfolgreich meine erste Portugiesischprüfung ohne Probleme bestanden habe, konnte mein Ostertrip an den Strand losgehen. Donnerstag Morgen bin ich mit Tess und Alex für 4 Tage nach Florianópolis - Floripa genannt - gefahren. Nach 5 Stunden Busfahrt sind wir Mittags bei leicht bewölktem Himmel angekommen und mussten noch weitere 2 Stadtbusse zu unserem Hostel nehmen. Das Hostel liegt auf einer Insel vor Floripa, im Norden der Insel zwischen dem Meer und einer Lagune. Wir hatten perfekte Sicht auf das Meer und totales Glück mit dem Hostel. Zwei Freunde hatten es uns empfolen und es war total ruhig, leer, sauber, mit super Frühstück und sehr netten, etwas inkompetenten Personal. Wir haben uns Strandfertig gemacht und sind den Berg runter zur Praia Mole, die am nächsten zu uns lag, gegangen und natürlich direkt ins Meer gesprungen. Zunächst eine mehr als gute Abkühlung, dann haben wir uns an die Temperaturen gewöhnt und es war richtig angenehm. Das Wasser hat sehr unruhig und die Wellen und die Strömung irre stark, da seit Tagen viel Wind herrschte, sodass wir ziemlich gegen die Strömung ankämpfen mussten. Nach einer Minute waren wir schon um einiges nach links getrieben. Das Paradis der Surfer auf der Insel. Am Strand selber haben wir dann aber nicht mehr lange gelegen da wir ein Sandpeeling innerhalb von Sekunden hatten und durch die Wolken es dann schon frisch war. So haben wir einen Spaziergang zum anderen Ende zu Steinfelsen gemacht und uns dort ein wenig aufgehalten. Abends haben wir nur noch gemütlich im Hostel gekocht und sind danach in die "Standt" an der Lagune gegangen. Dort haben wir einen leckeren Caipi getrunken und über dies und das gequatscht. Auf unserem Rückweg folgte uns kurz vor unserem Hostel ein Backpacker den wir mit reingenommen haben, da er dort ein Zimmer beziehen sollte. Er war in dem Partyhostel gegenüber, doch die waren schon voll und haben angeblich bei uns angerufen dass er kommt. Doch bei uns war niemand mehr an der Rezeption und das Telefon kaputt, also stimmte da was nicht.. Wir haben ihn in unserem Zimmer aufgenommen, da wir zu dritt in einem Sechbettzimmer geschlafen haben, und am nächsten Morgen konnte der Holländer dann aller klären und blieb eine weiter Nacht.

Freitag sind wir früh aufgestanden, haben gefrühstückt und uns bei praller Sonne und irrer Hitze zu Dünen aufgemacht. Dort war schon richtig was los und die Leute sind mit den Sandboards die Dünen runtergeheizt. Wir haben uns auch zwei ausgeliehen und uns zum Anfängerhügel aufgemacht, den wir aber sofort wieder velrassen haben denn da kam man wirklich gar nicht voran. Nach und nach haben wir uns im Stehen probiert, was gar nicht so leicht war und man den Sand überall hinbekam. Wirklich überall!! Aber es war unglaublich witzig und wir sind abwechselnd im Stehen oder im Sitzen die Dünen runtergefahren. Eine sehr spaßige und anstrengende Sache, denn die Boards dann wieder den Sand hochzuschleppen bei der Hitze war wirklich mühsam. Ganz zum Schluss sind Alex und ich dann zusammen im Sitzen den steilsten Hügel heruntergebrettet und nach dem Aufsteig waren wir fix und fertig. So sind wir wieder zum Strand, zur Praia Joaquina, gegangen und haben uns in einer kleinen Düne einen windstillen Platz gesucht und sind erst Mal ins Wasser gesprungen und haben uns den Sand und Schweiß vom Körper gerieben. Herrlich erfrischend. Diesmal konnten wir auch schön am Strand liegen, der viel voller war, da ja jetzt Feiertag war. Viele Surfer waren wieder unterwegs und wir haben zwischendurch wieder einen kleinen Strandspaziergang gemacht um uns danach mit einer süßen brasilianischen Besonderheit - Açai mit Früchten und Granola - gestärkt. Nachmittags sind wir dann zur Lagune gegangen und haben tand-up Paddeling ausprobiert. Die Lagune ist total Windegeschützt also war das eine sehr einfache, unwackelige Sache. Es hat uns irre Spaß gemacht, war aber teilweise schon wieder zu einfach. Nur Alex hat es einmal von einem Windhauch vom Board geschmissen. Auf dem Rückweg haben wir uns noch was für unser Abendessen gekauft und im Hostel sind wir auf drei nette Leute gestoßen. Zwie deutsche Mädchen, die eine Intensivjogaausbildung in Brasilien gemacht haben und den brasilianischnen Freund der einen. Mit denen haben wir dann noch lange gequatscht und sind dann erschöpft ins Bett gefallen.

Samstag hat es geregnet. Den ganzen Tag. Wir haben den Bus in den Süden der Insel genommen und auf dem Weg einen Deutschen getroffen, der sich uns angeschlossen hat. Ein 48 jähriger Journalist aus Köln, dr gerade 3 Monate durch Brasilien reist. Eigentlich wollte er nur den Strand erkunden doch dann war er schon mit uns am Wanderweganfang und ist/kam nicht mehr zurück. Nach der ersten viertel Stunde haben wir die Aktion schon verflucht, denn der Weg ging mal wieder über Steine, Matsch und sonstige rutschige Sachen. Und anstatt 1 1/2 Stunden waren wir 3 Stunden bis zum Strand unterwegs. Auf dem letzten Stück hat es mich natürlich auch noch hingelegt und ich war voller Matsch. Am Strand war eine Surfcompetition von einer Surfschule und wir waren voller Hoffnung das ein normaler Weg vom Strand zurück führte doch fehlanzeige! Es gab zwar einen kürzeren, aber der sah genau so aus wie unser erster. Und jetzt noch mit Surfboard unter dem Arm, dass konnten wir uns gar nicht vorstellen wie die das angestellt haben. Wir waren echt am Ende denn wir hatten auch kein Proviant dabei und unser Wasser war schon früh aus. In der letzten Stunde sind wir dann auch noch so unglaublich zerstochen worden, dass meine Beine heute noch rot und geschwollen sind und jucken. WIr hatten zwar wunderschöne Aussichten auf unserem Weg, doch war das wirklich eher eine Tortur. Glücklicherweise kam direkt ein Bus den wir zurück zum Hostel nehmen konnten, und mussten nicht wie auf dem Hinweg fast 2 Stunden mit warten verbringen (da am Wochenende so selten Busse fahren). Für den Abend hatten wir in einem Sushirestaurant gleich um die Ecke einen Tisch bestellt und waren so ausgehungert, dass wir uns so wie noch nie auf das Essen gefreut haben. Alex und Tess haben sich eine Art Sushibuffet bestellt, wo sie zu einem Festpreis so viel bestellen konnten wie sie wollten und da ich kein Sushi mag, habe ich mir leckere Yakisoba Nudeln bestellt. Es war ein schöner letzter Abend in Floripa und wohlig gesättigt und erschöpft sind wir im Hostel schlafen gegangen. Doch die Mücken wollten uns auch nicht in der Nacht in Ruhe lassen und sind um unsere Köpfe geschwirrt und haben noch den ein oder anderen Stich hinterlassen.

Ostersonntag hatten wir wieder schönes, warmes Sonnenwetter. Ohne Ostereier und Messe sind wir in die Stadt aufgebrochen um Fahrräder für eine Fahrrastour auszuleihen. Nach einem langen, heißen Weg dahin kmen wir zu dem Laden und er war geschlossen!!!! Wir konnten es nicht fassen. Wir haben uns druchgefragt, aber niemand wusste, wo man Fahrräder leihen konnte. Unser Hostelguy meinte, er hat mit ihnen telefoniert aber anscheinend war das wieder typisch Brasilianisch: auch wenn man keine Ahnung hat, einfach Ja sagen und einem etwas sagen, was nicht stimmt oder wovon man keine Ahnung hat. So haben wir auf den Bus gewartet, der uns zu einem Strand, Praia Barra da Lagoa, perfekt für Surfanfänger, gebracht hat. Die Zeit war schon um einiges verstrichen sodass wir gar nicht mehr so viel Zeit hatten. Alex hat sich dann noch ein Board geliehen und sich in den Welen probiert, wärend Tess und ich unseren Wandercompagnon von Samstag wieder getroffen haben, der uns über das Kite surfen aufgeklärt hat. Nach einer kurzen, entspannten Strandzeit sind wir zum Hostel zurück gefahren, konnten uns noch duschen und unser Zeug zusammenpacken und sind nach Floripa reingefahren und haben noch am busterminal gegessen, bevor wir um 20 Uhr wieder Richtung Curitiba gefahren sind. Der Bus war nur so dermaßen kalt, dass man es fast nicht aushalten konnte und vor dem Taxistand in Curitiba war eine Menschenschlange, die ich am liebsten fotografiert hätte... Todmüde bin ich dann ins Bett gefallen und Ostern ist so gut wie an uns vorbeigezogen.

Ich wünsche euch ein wenig verspätet ein frohes Ostefest und hoffe, ihr habt die Ostertage schön entspannt mit den Liebsten verbracht. Das habe ich vermisst.