Praia do Forte

17Aug2013

Von Salvador aus ging es in einem "offiziellen" Bus nach Praia do Forte. Dieser Bus entpuppte sich aber eher als normaler Stadtbus, der bequemere Sitze hatte. Da ich erst Nachmittags um kurz vor 17 Uhr aus Salvador losgefahren bin, kamen wir in die Rushhour. Zwar ohne Stau aber Unmengen an menschen die von der Arbeit nach Hause wollten. Zum Glueck hatte ich eine Sitzplatz, am Ende konnten die Leute scvhon fast nicht mehr stehen. In Praia do Forte angekommen, war das International Hostel, das guenstigste vor Ort, leider schon voll. So bin ich ein eine kleine gemuetliche Pousada, etwas teurer, dafuer Einzelzimmer und wunderbares Fruehstueck, gegangen. Ich konnte den Preis ein wenig nach unten handeln und bin muede etwas in der Stadt essen gegangen. Praia do Forte ist unfassbar Touristisch, und dass schlaegt sich vorallem in den Preisen nieder. Alles, aber wirklich alles ist teuer. Selbst eine einfache Portion Nudeln kostet hier fast das doppelte, als sonst.

Am naechsten Tag bin ich bei herrlichem Wetter in das bekannte Tamar-Projekt gegangen. Tamar steht fuer TArtaruga MARinha, Meeresschildkroete. Seit 33 Jahren hilft dieses Projekt Meeresschildkroeten zu retten und schuetzen. Und das sehr erfolgreich. Sie sind in 9 Bundesstaaten Brasiliens vertreten und haben es geschafft, in den letzten Jahren 15.000 Babyschildkroeten pro jahr ins Meer zu lassen. Doch die Erfahrungen besagen, dass nur ein oder zwei Babys von 1000 ueberleben und erwachsen werden. In der Station selber gibt es verschiedene Becken, die wie ich finde etwas groesser sein koennten, mit Schildkroeten der 5 Arten, die es in Brasilien gibt, und verschiedenen groessen und Alter. In einem becken waren welche, die erst einen Monat alt waren. Sehr suess! Ich habe eine Fuetterung miterlebt, hauptsaechlich Fisch. Dann waren auch viele Infos aufgestellt, wie sie das Projekt vor allem mit den oertlichen Fischern betreiben. Mit das groesste Problem ist naemlich, dass Fischer aus Versehen in ihren Netzen Schildkroeten fangen und diese nicht an die Luft zum atmen kommen und somit sterben. Damit dies nicht passiert und die Fischer die Schildkroeten rechtzeitig und richtig wieder ins Wasser bringen, arbeitet Tamar eng mit ihnen zusammen. Etwa 95% des Teams besteht aus Fischern. Es gab auch einen einstuendigen Film ueber das Projekt und die Gefahren der Tiere und wie jeder einzelne helfen kann. Dann waren auch noch ein paar Skelette ausgestellt, von Schildkroeten die in den letzten jahren tot am Strand gefunden worden sind. Eine ist 2007 an Tumoren im ganzen Koerper gestorben - das fand ich sehr interessant, dass auch Schildkroeten Tumore haben koennen. In weiteren drei Becken waren Haie. Das Projekt foerdert auch nebenbei, so wie ich das verstanden habe, Haie. Die waren aber sehr unaktiv und haben sich meistens versteckt. Nachmittags haette man zu einer Fuetterung der Haie mit "Streicheleinheit" gehen koennen..... Danach habe ich mich bei dem herrlichen Wetter an den Strand gelegt und entspannt, gelesen, geschlafen, ein Kokoswasser getrunken. Vor dem Abendessen habe ich eine ganz coole Bar gefunden, wo ich noch einen Caipi getrunken habe.

Gestern morgen bin ich zum Castelo do Garcia d´Avila gegangen. Dies liegt ca 4 km von Praia do Forte entfernt. Man kann ein Taxi oder Tuck-Tuck dahin nehmen oder laufen. Ich habe mich fuer laufen entschieden, auch wenn es unertraeglich heiss zum laufen war, doch habe ich es nicht eingesehen, 25 Euro fuer diese kurze Strecke zu zahlen. Das Castelo wurde 1551 von den Portugiesen erbaut und war eins der groessten Bauwerke. Heute ist es eine beeindruckende Ruine mit toller Sicht auf das Meer und Palmen. Dieses Castelo hat einem einst armen Bauern mit 12 Kuehen gehoert, dass der damalige Koenig ihm geschenkt hat. So wurde er von jetzt auf gleich zu einem sehr reichen Mann und groessten Landbesitzer in Bahia, denn das Land streckte sich bis ins Landesinnere zum Nachbarstaat aus. Heute ist die Kirche noch perfekt zu sehen und erhalten (bestimmt wieder hergestellt) und die Ruinen sind zum Besuch praepariert. Zurueck in Praia do Forte bin ich an den Strand gegangen und kaum kam ich aus dem Wasser bin ich gleich von einem der Cocktailmixer am Strand vollgequatscht worden. Bis er kurze Zeit spaeter mit einer Kreation von ihm, Maracuja, Mango und ein wenig Limette, zurueck kam. Ein Geschenk fuer mich. Ihn danach wieder los zu werden war ein wenig schwieriger, aber nach einiger Zeit kamen zum Glueck Kunden und er nicht wieder. Sehr nett war es aber von ihm! Am spaeten Nachmittag bin ich vom Strand aufgebrochen und in ein kleines Schauer geraten. Bei unterstellen habe ich eine deutsch-brasilianische Familie kennengernt, ein Vater mit seine zwei Kindern, 7 und 10, und habe lange mit ihnen geredet und ein Lokal mit ihnen gesucht, da die Kinder hungrig waren. Zwei sehr aufgeweckte Kinder. Abends bin ich in das angeblich beste Restaurant der Stadt gegangen und habe leckere Meeresfruechte gegessen.

Heute frueh habe ich den Bus nach Salvador genommen und ein Ticket nach Recife gebucht. Der Nachtbus wird mich nun weiter in den Norden rollen, von Recife aus mache ich dann meine naechsten Reisen.