Über Stock und Stein

10März2013

Gestern sind wir extra früh aufgestanden um eine Wanderung in der Nähe von Curitiba in einem Nationalschutzgebiet zu machen, doch bis wir mit dem Bus da waren, war es auch schon wieder 11.30 Uhr. Geordnete Buszeiten gibt es hier nicht, man weiss nur dass alle halbe Stunde ein Bus fährt, doch das ist auch nur eine Auskunft. Der Bus war voll mit einer Gruppe von Jugendlichen die dort campen wollten und fröhlich ihre Alkoholflaschen umhergereicht, gesungen und beim Umsteigen das erste Gras geraucht haben, so läuft das hier wohl immer bei den Campern. Die Lautstärke übertönte jedes Gespräch doch wir hatten ja genug Zeit auf unserem 6 Stündigen Trip. 

Angekommen am Caminho do Itupava, in der Serra do Mar, mussten wir uns erst Mal registrieren, falls etwas passiert oder jemand nicht wiederkommt. Unser Ziel war ein Wasserfall auf 1/3 der Strecke, von dem aus wir dann wieder zurück gehen wollten, für den kompletten Weg waren wir schon viel zu spät unterwegs. Der erste Abschnitt ging Bergauf, mal im Schatten der großen Bäume, mal in der knallen Sonne. Nach einer halben Stunde waren wir schon Schweissnass und wollten jetzt schon in den Wasserfall springen. Doch das dauerte... Der Weg war wunderschön, mit riesigen Bäumen umgeben, Bromelien und Orchideen, vielfarbigen Schmetterlingen, Vögeln und kleinen Bächen. Der Anfang führte an einer kleinen Höhle vorbei, zunächst über Waldboden, bis dann der restliche Teil Bergab über nasse Steine ging. Da mussten wir schon einige Male aufpassen nicht auszurutschen und jeder ist mindestens ein Mal in ein Schlammloch getappt. Einige eher improvisierte Brücken halfen über die Bäche und Abgründe, am Ende sind wir an einem alten Kolonialhaus, welches komplett verfallen war, und an Gleisen entlang zum Wasserfall gekommen. Da waren 3 Stunden um und wir heilfroh die Füße in das eiskalte Wasser zu stecken und unseren Lunch zu essen. Eine Familie und andere Jugendgruppe war auch da und einige waren Baden und sind von den Steinvorsprüngen in das Wasser gesprungen. Leider waren da schon so viele Wolken aufgezogen, dass es doch schnell frisch wurde. 

Der Rückweg war der gleiche doch pünklich bei unserem Aufbruch hat es angefangen zu Schütten und gewittern. Wir waren sofort triefnass, hatten einen Swimmingpool in den Schuhen doch zum Glück war es dadurch angenehm von der Temperatur zurück zu laufen. Der Steinweg gin viel schneller doch am Ende war es dann schön schlammig und rutschig. Um 18 Uhr waren wir wieder bei der Abmeldung und unser Bus kam direkt, richtiges Glück. Doch wir waren sofort durchgefrohren in unseren nassen Klamotten, in dem zugigen Bus und unserer Müdigkeit. Nach 1,5 Stunden waren wir wieder in Curitiba und sind direkt nach Hause gegangen um eine hieße Dusche zu nehmen, einen Tee zu trinken, was warmes zu essen und nur noch aufs Sofa zu fallen und eine Telenovela zu schauen- typisch Brasiliaisch :) Viel verstanden habe ich noch nicht, aber am Ende hatte ich schon einen ganz guten Durchblick.

Heute waren wir auf einem sehr schönen und großen Artesania Markt im Centro Histórico, der sehr voll und bunt war. Wir sind gemütlich drüber geschlendert und haben uns die schönen Sachen angeschaut, was gegessen und getrunken und wieder mal in der Sonne gebrutzelt. Nachmittags sind wir zu einem Churrasco, brasilianisches BBQ, gegangen was so gut wie den ganzen Tag dauern kann. Es wird immer nur ein Fleisch, Brot, Kartoffel oder ähnliches auf den Grill gelegt, wenn es fertig wird in kleine Stücke geschnitten und jeder nimmt sich. Es wird eigentlich in der Zeit mehr getrunken and gegessen :) Eine brasiliansiche Spezialität musste ich heute probieren, bei der ich mich am Freitag noch geweigert habe: Hühnerherzen!!!!!!! Geschmeckt hat es nicht wirklich gut und auch nicht wirklich schlimm, Konsistenz ist auch in Ordnung aber alleine die Vorstellung..- das war mein erstes und letztes Mal höchst wahrscheinlich!! Wir haben dass im Hostel von befreundeten Jungs gemacht mit noch einem Kanadier, einer Amerikanerin, einer aus Curitiba und einem aus dem Amazonasgebiet. So war das eine ganz lustig gemischte Gruppe und es wurde von Portugiesisch auf Englisch auf Deutsch und wieder zurück gewechselt. Am Ende ist noch ein Amerikaner dazu gestoßen, der seit 21 Monaten mit einem Motorrad von Californien nach Alaska und von da bis nach Brasilien gedüst ist und noch lange nicht genug hat. NAch Europa geht es im Juni. Also ein sehr spannendes und volles Wochenende!